ag
ber
fern
171
unſere Liebe auf und beginnt unſere Freundſchaft. Lege Dich zu Bette; ich werde es ebenfalls thun. Lebewohl.
Nein, bleibe; unſere Freundſchaft wird morgen beginnen.
Nein, und wenn ich und Du ſterben müßten. Es wird mir ſchwer; aber es iſt unwiderruflich. Wenn ich die Frau eines Andern werden ſoll, ſo muß ich zunächſt die Ueber⸗ zeugung haben, ſeiner werth zu ſein. Es iſt auch möglich, daß ich glücklich werde. Halte mich nicht zurück, ſondern laß mich gehen. Du weißt, wie ſehr ich Dich liebe. G
Umarmen wir uns wenigſtens.
Nein.
Du weinſt.
Nein, im Namen Gottes, laß mich gehn.
Mein Herz, Du kannſt auf Deinem Zimmer weinen. Ich bin in Verzweiflung, Liebe. Ich werde Dich heirathen.
— Nein ich kann nicht mehr darauf eingehen.
Als ſie dieſe Worte geſagt, macht ſie ſich los und ent⸗ floh. Ich blieb voll Schaam und Reue zurück. Ich konnte kein Auge ſchließen. Ich war mir ſelbſt zuwider, denn ich wußte nicht, ob ich ſchlechter gehandelt, indem ührt, oder indem ich ſie einem Andern überlaſſen. zum Mittagseſſen am folgenden Tage, trotz derzſ zen und der traurigen Figur, die ich zu ſpielen ſchien. Fräutein von Ir Metlee glinzte in der Un⸗ terhaltung. Sie unterhielt ſich mit ihrem Zukünftigen auf eine ſo launige und geiſtreiche Weiſe, daß es nicht zu ver⸗ wundern war, wenn er von ihr bezaubert wurde. Da ich überzeugt war, nichts Ordentliches reden zu können, ſo that ich ſo, als ob ich Zahnſchmerzen habe, um dem Sprechen zu entgehen. Ich war traurig, träumeriſch und krank in Folge der ſchlafloſen Nacht, und ich mußte mir geſtehen, daß ich verliebt, eiferſüchtig und in Verzweiflung war. Das Fräulein richtete nicht einmal das Wort an mich, würdigte mich keines Blickes: ſie hatte Recht; aber ich war weit ent⸗ fernt, ihr hierin Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen. Das Eſſen ſchien mir unerträglich lang und ich glaube nicht, daß ich je ein peinlicheres verlebt.
Als wir von Tiſche aufſtanden, ging Madame mit ihrer


