Teil eines Werkes 
7. Bd. (1850)
Entstehung
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brach nun in meiner Seele hervor, ich faßte ihn bei der Hand und aufrichtig weinend, rieth ich ihm, die Bekannt⸗ ſchaft des Canonicus aufzugeben und namentlich nicht die bewußte Schrift zu unterzeichnen. Er ſagte, er wäre dem Caplan nicht mehr als jedem Andern befreundet und ſchwor mir zu, daß er nicht wiſſe, wovon ich ſpreche. Ich fing nun an zu lachen, ſagte, ich habe nur geſpaßt und entfernte mich mit dem Bedauern, daß ich einer zärtlichen Anwandlung Raum gegeben und nich durch dieſelbe zu einem großen Fehler habe verleiten laſſen. Am nächſten Tage ſah ich weder meinen Mann noch den Caplan, und als ich acht Tage ſpäter hierher kam, beſuchte ich Meſſer grande, welcher mich ohne Weiteres einſperren ließ, und ſo bin ich nun hier, mein theurer Herr. Ich danke dem heiligen Franziscus, daß ich in Geſellſchaft eines guten Chriſten bin, der ſich hier aus Gründen befindet, welche ich nicht wiſſen mag, denn ich bin nicht neugierig. Mein Name iſt Soradaci, und meine Frau iſt eine Legrenzi, Tochter eines Secretairs des Rathes der Zehn, welche mich allen Vorurtheilen zum Trotze duͤrch⸗ aus heirathen wollte. Sie wird verzweifeln, daß ſte nicht

⸗weiß, wo ich bin; aber ich hoffe nur wenige Tage hier zu

ſein, denn ich kann nur der Bequemlichkeit des Secretairs wegen hier ſein, der mich hat einſperren laſſen, um mich beſſer verhören zu können.

Ich ſchauderte, als ich ſah, mit welchem Ungeheuer ich zuſammengeſperrt war; da ich aber begriff, daß meine Lage nun mißlich war und ich denſelben ſchonen mußte, ſo ſpielte ich jeſuitiſcher Weiſe den Gefühlvollen, beklagte ihn und prophezeite ihm unter Belobung ſeines Patriotismus die Freiheit binnen wenigen Tagen. Einige Augenblicke darauf ſchlief er ein, und ich benutzte ſeinen Schlaf, um dem Pater Balbi Alles mitzutheilen, welchem ich zugleich vorſtellte, daß wir unſere Arbeit bis zu gelegnerer Zeit aufſchieben müßten. Am folgenden Tage ſagte ich zu Lorenz, er möge mir ein hölzernes Crucifix, ein Bild der heiligen Jungfrau, und das Portrait von St. Franziskus kaufen und zwei Fla⸗ ſchen Weihwaſſer beſorgen. Soradaci forderte ſeine zehn