Teil eines Werkes 
7. Bd. (1850)
Entstehung
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Sous und Lorenz gab ihm mit verächtlicher Miene zwanzig. Ich befahl ihm, mir viermal ſo viel Wein, Knoblauch und Salz, die Lieblingsgenüſſe meines elenden Gefährten, zu kau⸗ fen. Nach der Entfernung des Kerkermeiſters zog ich ge⸗ ſchickt den Brief, welchen mir Balbi geſendet und worin er mir ſeinen Schrecken ſchilderte, aus dem Buche hervor. Er glaubte, Alles wäre verloren und wurde nicht müde, über das Unglück zu ſchreien, daß Lorenz den Soradaci in mein Gefängniß gebracht; denn, ſagte er, wenn er ihn zu uns gebracht hätte, würde er mich nicht gefunden haben, und als Lohn für unſern Fluchtverſuch würden die Brunnen unſer

Antheil geworden ſein.

Die Erzählung Soradacis ließ mir keinen Zweifel, daß er Verhöre zu beſtehen haben würde, denn es ſchien klar, daß der Secretair ihn nur wegen Verdachts der Verläum⸗ dung hatte einſperren laſſen. Ich beſchloß nun, ihm zwei Briefe anzuvertrauen, die, wenn ſie an ihre Adreſſe gelang⸗

ten, mir weder ſchaden noch nutzen konnten, welche mir aber

vortheilhaft werden mußten, wenn der Verräther, wie ich gar nicht bezweifelte, ſie dem Secretair übergab, um ihm einen Beweis ſeiner Treue zu geben.

Ich brauchte zwei Stunden, um die Briefe mit Blei⸗ ſtift zu ſchreiben. Am folgenden Tage brachte mir Lorenz das Crucifix, die beiden Bilder und das Weihwaſſer, und nachdem ich den Schurken gut geſpeiſt, ſagte ich, ich erwarte von ihm einen Dienſt, von welchem mein Glück abhänge. Ich rechne, ſagte ich, auf Ihre Freundſchaft und Ihren Muth; hier ſind zwei Briefe, welche ich Sie bitte, an ihre Adreſſe zu bringen, ſobald Sie frei ſein werden. Mein Glück haͤngt von Ihrer Treue ab, aüe Sie müſſen die Briefe verbergen, denn wenn man ſie bei Ihrer Entlaſſung fände, ſo würden wir beide verloren ſein. Sie müſſen mir auf dieſes Crucifix und dieſe heiligen Bilder ſchwören, daß Sie mich nicht verrathen wollen.

Ich bin bereit, theurer Herr, Alles zu ſchwören, was Sie wollen und ich bin Ihnen zu ſehr verpflichtet, um Sie zu verrathen.