fingen an zu ſprechen; ſie ſagten unter Anderm, die Stadt Iſola gehöre nicht zur Gerichtsbarkeit von St. Marcus, ſondern zu der des Fürſtenthums Trieſt, denn ſie könne
durchaus nicht als ein Theil des venetianiſchen Iſtriens be⸗
trachtet werden. Der Caplan ſagte zum Haupträdelsführer, einem gewiſſen Pietro Paolo, wenn er nebſt den Andern eine Schrift unterzeichnen wolle, ſo würde er in eigener Perſon zum kaiſerlichen Geſandten gehen, und die Kaiſerin würde ſich nicht nur der Stadt bemächtigen, ſondern ihnen auch eine Belohnung bewilligen. Alle ſagten, ſie wären bereit, und der Caplan verpflichtete ſich, die Schrift am folgenden Tage zu bringen und ſögleich abzureiſen, um ſie dem Ge⸗ ſandten hier zu übergeben.“
„Ich beſchloß, dieſen niederträchtigen Plan in Rauch aufgehen zu laſſen, obwohl einer der Geſchwornen mein Ge⸗ vatter war und dieſe geiſtliche Verwandtſchaft ihm größere Anſprüche auf Berückſichtigung gab, als ob er mein eigener Bruder geweſen wäre.“
„Nach der Entfernung der Verſchwörer hatte ich Zeit genug, mich wegzumachen, und ich hielt es nicht für nöthig, mich noch einmal zu verbergen; ich hatte genug entdeckt. In derſelben Nacht fuhr ich in einem Boote ab und langte am folgenden Tage gegen Mittag hier an. Ich ließ mir die Namen der ſechs Rebellen aufſchreiben und überbrachte ſie dem Secretair des Gerichts, indem ich ihm Alles, was ich gehört, erzählte. Er befahl mir, am folgenden Tage früh zu Meſſer grande zu gehen, der mir einen Mann geben würde, welcher mich nach Iſola begleiten ſolle, um ſich den Caplan von mir zeigen zu laſſen, der wohl noch nicht abgereiſet ſein würde. Wenn Sie dies gethan, ſagte der Seerretair, ſo miſchen Sie ſich in weiter nichts. Ich vollführte ſeinen Befehl, und nachdem ich dem Manne von Meſſer grande den Caplan gezeigt, ging ich meinen Geſchäften nach.
Nach Tiſche ließ mich mein Gevatter rufen, um ihn zu raſiren, denn ich bin Barbier, und nachdem ich meine Ar⸗ beit verrichtet, gab er mir ein vortreffliches Glas Refosco nebſt einigen Wurſtſchnitten, welches er mit mir in guter Freundſchaft austrank. Die Neigung zu meinem Gevatter
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