Teil eines Werkes 
7. Bd. (1850)
Entstehung
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ich beſtändig bemüht geweſen, ihre Geheimniſſe zu entdecken und habe, was ich entdecken konnte, Meſſer grande immer getreulich hinterbracht. Man hat mich freilich immer be⸗ zahlt, aber das Geld, das man mir gegeben, hat mir nie ſo viel Vergnügen gemacht, als die Befriedigung, welche ich fühlte, dem Ruhme des heiligen Marcus dienen zu kön⸗ nen. Ich habe mich immer über das Vorurtheil derjenigen luſtig gemacht, welche ſich fälſchlicher Weiſe des Gewerbes eines Spions ſchämen. Dieſer Name klingt nur ſchlecht für die Ohren derjenigen, welche die Regierung nicht lieben; denn ein Spion iſt ein Freund des Staatswohls, die Gei⸗ ßel der Verbrecher und der treue Unterthan des Fürſten. Wenn es ſich darum handelte, meinen Eifer auf die Probe zu ſtellen, ſo hat das Gefühl der Freundſchaft, welches über Andere einige Gewalt haben mag, nie eine ſolche über mich gehabt, noch weniger die ſogenannte Dankbarkeit. Ich habe oft geſchworen zu ſchweigen, um Jemand ein Geheimniß zu entlocken, welches ich augenblicklich gewiſſenhaft angezeigt habe. Ich konnte es vertrauensvoll thun, denn mein Beicht⸗ vater, ein heiliger Jeſuit hatte mir verſichert, daß ich es enthüllen könne, nicht nur, weil ich nicht die Abſicht gehabt, es zu bewahren, ſondern auch, weil in politiſchen Sachen kein Eid bindend ſei. Ich fühle, daß ich als Sklave meines Eifers meinen Vater verrathen und die Natur zum Schwei⸗ gen gebracht haben würde. Vor drei Wochen bemerkte ich⸗ auf Iſola, einer kleinen Inſel, wo ich wohnte, eine ganzebe⸗ ſondere Verbindung zwiſchen vier oder fünf angeſehenen Perſonen der Stadt. Ich wußte, daß ſie mit der Regie⸗ rung unzufrieden waren, wegen einer entdeckten und confis⸗ eirten Contrebande, welche die angeſehenſten dieſer Herren mit dem Gefängniſſe hatten büßen müſſen. Der erſte Caplan, geborner öſterreichiſcher Unterthan, gehörte zu dieſem Complotte. Sie verſammelten ſich Abends im Zimmer einer Schenke, wo ein Bett ſtand; hier tranken und ſprachen ſie und gin⸗ gen dann nach Hauſe. Da ich entſchloſſen war, das Complott zu entdecken, ſo hatte ich den Muth, mich eines Tages, wo

ich ſicher war, nicht beobachtet zu werden, unter dem Bette

zu verbergen. Gegen Abend kamen meine Leute an und