füͤhr
Erzählung:
„Meine einzige Leidenſchaft war immer der Ruhm Gottes und dieſer heiligen Republik und die genaue Befol⸗ Immer aufmerkſam auf die Verun⸗ treuungen der Schurken, welche es ſich zum Geſchäfte machen, ihren Souverain zu betrügen, um ſeine Rechte zu kränken und welche ihre Schritte in Dunkel zu huͤllen ſuchen, bin
gung ihrer Geſetze.
hen könne. Ich ſagte ja. Bei dieſem Worte kniete er nie⸗ der und einen ungeheuren Roſenkranz aus der Taſche zie⸗ hend, ließ er ſeine Augen in allen Winkeln des Gefäng⸗ niſſes umherſchweifen.
Was ſuchen Sie?
Sie werden verzeihen, mein Herr, ich ſuche ein Bild der heiligen Jungfrau, denn ich bin Chriſt; wenn hier nur ein ganz kleines Crucifix wäre, denn ich habe nie ſo ſehr das Bedürfniß gefühlt, mich dem heiligen Franziskus von Aſſiſi zu empfehlen, deſſen Namen ich unwürdiger Weiſe
e.
Ich hatte Mühe, mich des Lachens zu enthalten, nicht ſowohl wegen ſeiner chriſtlichen Frömmigkeit, denn das Ge⸗ wiſſen und der Glaube ſind Eigenſchaften, welche Niemand controlliren kann, ſondern wegen der Art und Weiſe ſeiner Bitte. Ich ſah daraus, daß er mich für einen Juden hielt, und um ihn zu enttäuſchen, gab ich ihm das Gebetbuch der heiligen Jungfrau, deren Bild er küßte, und als er es mir zurückgab, ſagte er mit beſcheidenem Tone zu mir, ſein Va⸗ ter ſei Galeeren⸗Alguazuil, habe aber ihn nicht leſen lernen laſſen. Ich bekenne mich, ſagte er, zum heiligen Roſenkranz, und er fing nun an, mir eine Menge Wunder zu erzählen, welche ich mit einer Engelsgeduld anhörte. ihm zu geſtatten, ſeinen Roſenkranz herzuſagen und dabei das Bild der heiligen Jungfrau anzuſehen. Als er zu Ende war, fragte ich ihn, ob er ſchon zu Mittag gegeſſen: er ſagte, er vergehe vor Hunger. Ich gab ihm Alles, was ich hatte, und er verſchlang mehr, als er aß, trank allen meinen Wein aus, und als er betrunken war, fing er an zu weinen, und dann in die Kreuz und Quere zu ſprechen. um die Urſache ſeines Unglücks befragte, begann er folgende
Er bat mich,


