Teil eines Werkes 
7. Bd. (1850)
Entstehung
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ſagt, man habe mich bei meiner Einſperrung nicht durch⸗ ſucht. Lorenz hatte den Befehl dazu nicht bekommen, und dieſer Umſtand hätte ihn vielleicht gerettet, wenn nur die Flucht gelungen wäre, denn er behauptete, wenn er aus den Händen des Anführers der Häſcher einen Mann bekomme, ſo müſſe er annehmen, daß derſelbe ſchon durchſucht ſei. Meſſer grande würde ſeinerſeits geſagt haben, da er mich aus dem Bette geholt, ſo ſei er ſicher, daß ich keine Waffe gehabt, und dieſer Conflict hätte beide aus der Verlegenheit ziehen können. Der Mönch bat mich endlich, ihm mein Meſſer durch Nicolaus zuzuſchicken, welchem ich vertrauen könne.

Der Leichtſinn dieſes Mönches erſchien mir unbegreiflich. Ich ſchrieb ihm, ich fühle keine Neigung mich Nicolaus an⸗ zuvertrauen und mein Geheimniß wäre der Art, daß ich es nicht dem Papiere übergeben könne. Seine Briefe machten mir indeß Spaß. In dem einen derſelben theilte er mir den Grund mit, wegen deſſen der Graf Asquino trotz ſeines unbehülflichen Körperzuſtandes, denn er war von ungeheu⸗ rer Korpulenz, und da ein Bein, welches er gebrochen, ſchlecht geheilt worden war, ſo konnte er ſich faſt gar nicht bewegen, in den Bleikammern bleiben müſſe. Er ſagte, der Graf, der nicht reich ſei, bekleide in Udine eine Advo⸗ catur und als ſolcher vertheidige er im ſtädtiſchen Rathe den Bauernſtand gegen den Adel, welcher ſeiner uſurpatori⸗ ſchen Natur nach jenen des Stimmrechts in den Provinzial⸗ verſammlungen berauben wolle. Die Anſprüche der Bauern hätten den öffentlichen Frieden geſtört und um ſie durch das Recht des Stärkern zur Vernunft zu bringen, hätten ſich die Adligen an die Staatsinquiſitoren gewendet, welche dem Grafen befohlen, ſeine Clienten aufzugeben. Der Graf habe geantwortet, das Municipalgeſetz berechtige ihn, die Verfaſſung zu vertheidigen, und er habe nicht gehorchen wollen; die Inquiſitoren hätten ihn hierauf trotz des Ge⸗ ſetzes wegbringen laſſen und ſeit fünf Jahren athme er nun die geſunde Luft der Bleidächer. Er hatte wie ich täglich funfzig Sous, konnte aber über ſein Geld verfügen. Der Mönch, welcher keinen Pfennig hatte, ſagte ſeinem Gefähr⸗