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nicht geſchrieben, daß ich Dir gern meinen Platz abtreten würde? Du mußt alſo glauben, daß auch ich Dich verachte.
Meine theure Freundin, Dein Wunſch, mir Deinen Platz abzutreten, als Du noch nicht wußteſt, daß ich glück⸗ lich war, entſprang mehr aus Deiner Freundſchaft als aus Deiner Liebe, und gegenwärtig muß ich zufrieden ſein, daß Deine Freundſchaft uͤber Deine Liebe die Oberhand hat; aber ich habe allen Grund böſe zu ſein, daß auch M. M. ſo denkt. Ich liebe ſie, ohne ſie heirathen zu können: ver⸗ ſtehſt Du mich nun, mein Engel? Was Dich betrifft, ſo bin ich ſicher, daß Du meine Frau wirſt, und ich kann daher unſerer Liebe vertrauen, welche der eheliche Umgang wieder auffriſchen wird. Nicht ſo iſt es mit der Liebe von M. M., für welche keine Wiedergeburt möglich iſt. Iſt es nicht de⸗ müthigend für mich, daß ich ihr nur eine vorübergehende Empfindung habe einflößen können? Was Dich betrifft, ſo mußt Du ſie anbeten. Sie hat Dich in alle ihre Geheim⸗ niſſe eingeweiht, und Du ſchuldeſt ihr ewige Dankbarkeit und Freundſchaft. 1
Cs war Mitternacht, und wir verloren unnützer Weiſe unſere Zeit mit derartigen Reden, als die vorſichtige Haus⸗ verwalterin uns aus eigenem Antriebe ein vortreffliches Abendeſſen brachte. Ich rührte nichts an: das Herz war mir zu ſchwer; aber mein theures Weibchen ſpeiſte mit gu⸗ tem Appetite. Ich konnte mich des Lachens nicht enthalten, als ich einen Salat von Eierweiß erblickte, und C. C. fand es komiſch, daß man das Gelbe herausgenommen. In ih⸗ rer Unſchuld errieth ſie nicht die Abſicht derjenigen, welche dieſe Anordnung getroffen hatte. Während ſie aß, konnte ich nicht umhin zu bemerken, daß ſie ſchöner und ausgebil⸗ deter geworden war. C. C. war eine vollkommene Schön⸗ heit, indeß blieb ich kalt. Ich habe immer geglaubt, daß es kein Verdienſt wäre, dem wahrhaft geliebten Gegenſtande treu zu bleiben.
Zwei Stunden vor Tagesanbruch ſetzten wir uns wie⸗ der ans Feuer, und da C. C. mich traurig ſah, ſo nahm ſie die zarteſte Rückſicht auf meine Lage. Keine Koketterie, keine Stellung, welche nicht den Character des Anſtandes
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