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wenn ſie Pierrot vor ſich ſehen würde. Während dieſer Zeit ſpielte ich an allen kleinen Banken, gewann, verlor und trieb ungeſtört tauſend Tollheiten, da ich ſicher war, von Niemand erkannt zu werden; ich genoß die Gegenwart, trotzte der Zukunft und ſpottete aller derjenigen, welche ihre ganze Vernunft anwenden, um das gefürchtete Unglück zu verhü⸗ ten, und, um dies zu thun, das gegenwärtige Vergnügen, welches ſie genießen könnten, zerſtören.
Endlich ſchlägt die Uhr zwei und zeigt mir an, daß Amor und Comus mich zu neuen Genüſſen rufen. Die Taſchen voll Gold und Silber breche ich auf, fliege nach Murano, trete in das Heiligthum und erblicke meine Göttin, welche ſich an den Kamin lehnt. Sie war im Nonnenan⸗ zuge; ich nähere mich ihr unbemerkt, um mich an ihrem wftmnen zu weiden; ich ſehe ſie an und bleibe verſteinert tehen.
Diejenige, welche ich erblickte, war nicht M. M.
Es iſt C. C. als Nonne gekleidet, und noch mehr er⸗ ſtaunt als ich, läßt dieſelbe keinen Seufzer vernehmen, ſpricht ſie keine Sylbe, macht ſie keine Bewegung. Ich werfe mich in einen Lehnſtuhl, um Zeit zu gewinnen. mich von meinem Erſtaunen zu erholen. Der Anblick von C. C. hatte mich vernichtet und meine Seele war erſtarrt wie mein Körper; ich fühlte, daß ich in ein Labyrinth gerathen war, welches keinen Ausgang hatte.
M. M. iſt es, ſagte ich zu mir, welche mir dieſen Streich geſpielt hat; wie hat ſie aber erfahren, daß ich der Liebhaber derſelben bin? Hat C. C. mein Geheimniß verra⸗ then? Wenn ſie aber es verrathen hat, wie kann ſie dann wohl die Stirne haben, mir vor Augen zu treten? Wenn M. M. mich liebt, wie hat ſie ſich dann wohl das Vergnü⸗ gen verſagen können, mich zu ſehen, und wie hat ſie ſich dann durch ihre Nebenbuhlerin vertreten laſſen können? Das kann nicht ein Beweis von Gefälligkeit ſein, denn ſo weit treibt man dieſelbe nicht. Ich ſehe darin nur einen Beweis der Verachtung, eine zweckloſe Beleidigung.
Meine Eigenliebe gab ſich die möglichſte Mühe, Gründe aufzufinden, welche die Möglichkeit einer ſolchen Ver⸗


