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Freundin. Der Ring muß eine verborgene Feder haben, aber meine Freundin kennt dieſelbe nicht.
Ich antwortete ihr, daß ich ihren Auftrag erfüllen würde. Folgenden Brief ſchrieb mir C. C. Er iſt ziem⸗ lich komiſch wegen der Verlegenheit, in welche er mich brachte. Der letztere war von ganz neuem Datum; der Brief von M. M. war vor zwei Tagen geſchrieben worden.
„Ach, wie zufrieden bin ich, mein kleiner Mann! Du liebſt die Mutter M. M., meine theure Freundin. Sie trägt ein Medaillon, von der Größe eines Ringes, kann daſſelbe aber nur von Dir bekommen haben; ich bin ſicher, daß ſich un⸗ ter der Verkündigung Mariä Dein theures Bild befindet. Ich habe den Pinſel des Malers erkannt; denn es iſt offen⸗ bar derſelbe, welcher meine Patronin gemalt hat, und der⸗ ſelbe Goldſchmidt, welcher meinen Ring gefaßt hat, hat auch das Medaillon gemacht. Ich bin feſt überzeugt, daß die Mutter M. M. dieß Geſchenk von Dir erhalten hat. Da ich zufrieden damit bin, Alles zu wiſſen, ſo habe ich ſie nicht dadurch betrüben wollen, daß ich ihr ſagte, ihr Ge⸗ heimniß wäre mir bekannt; aber meine Freundin, welche offener oder neugieriger iſt, hat es nicht ſo gemacht. Sie hat zu mir geſagt, ſie wäre ſicher, daß die heilige Katharina nur da wäre, um das Portrait meines Geliebten zu ver⸗ bergen. Da ich nichts Beſſeres thun konnte, ſo habe ich ihr geantwortet, der Ring wäre in der That ein Geſchenk meines Freundes; aber ich wüßte nicht, daß derſelbe ſein Portrait enthielte. Wenn es ſich ſo verhält, ſagte ſte, und Du es nicht ungern ſiehſt, ſo werde ich verſuchen, die ge⸗ heime Feder zu entdecken; dann werde ich Dir auch die meinige zeigen. Da ich ſicher war, daß ſie dieſelbe nicht finden würde, ſo gab ich ihr meinen Ring und ſagte, dieſe Entdeckung würde mir großes Vergnügen machen.“
„Da meine Tante mich in dieſem Augenblicke rufen ließ, ſo ließ ich ihr den Ring, welchen ſie mir nach Tiſche mit dem Bemerken wieder gab, daß ſie die geheime Feder nicht habe finden können, daß ſie aber bei dem Glauben bleibe, daß eine ſolche vorhanden ſei. Ich verſichere Dir,


