e A
I uo e 8
Und warum glaubt er, daß Du nicht derſelben Gefahr ausgeſetzt biſt, da doch Deine Ergießungen häufiger ſind als
die meinigen?
Er ſagt, die Flüſſigkeit, welche wir abgehen laſſen⸗
komme nicht aus dem Gehirne wie bei Euch, und die Ge⸗
barorgane des Weibes ſtänden in keiner Verbindung mit dem Verſtande. Hieraus folgt ſeiner Anſicht nach, daß das Kind in Bezug auf das Gehirn, welches das Organ der Vernunft iſt, nicht das Produkt der Mutter, ſondern des Vaters iſt, und das ſcheint mir richtig. Bei dieſem wich⸗ tigen Akte hat die Frau höchſtens ſo viel Vernunft, wie für ſie dazu erforderlich iſt, und es bleibt ihr keine übrig, die ſie dem Weſen, welches ſie in die Welt ſetzt, mittheilen könnte.— à,
Dein Freund iſt gelehrt. Aber weißt Du, daß dieſes Syſtem ſehr belehrend für mich iſt? Wenn das Syſtem wahr iſt, ſo muß man offenbar den Frauen alle Thorheiten
verzeihen, welche ſie aus Liebe begehen, während der Mann
nicht zu entſchuldigen iſt, und ich würde in Verzweiflung gerathen, wenn ich Dich zur Mutter machen ſollte.
Ich werde es lange vorher wiſſen, und wenn es ſo
kömmt, deſto beſſer. Ich habe meinen Entſchluß gefaßt. Und welchen? Mich gänzlich auf Euch beide zu verlaſſen, und ich bin ſicher, daß weder der Eine noch der Andere mich im Kloſter niederkommen laſſen wirde u
Das würde ein verhängnißvolles Ereigniß ſein und
über unſer Schickſal entſcheiden. Ich würde Dich entführen
und in England heirathen.
Mein Freund glaubt, daß man einen Arzt gewinnen könnte, welcher mir eine Krankheit von ſeiner Erfindung zuſchreiben und mir verordnen würde, einen Mineral⸗Brun⸗ nen an Ort und Stelle zu trinken, was der Biſchof geſtat⸗ ten könnte. In einem Bade würde ich geneſen und dann zurückkommen; aber ich würde es vorziehen, wenn wir un⸗ ſere Geſchicke bis zum Tode vereinigen könnten. Sage mir, mein Freund, ob Du überall ſo behaglich wie hier leben könnteſt?—


