Teil eines Werkes 
5. Bd. (1850)
Entstehung
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gültig zeigend gegen die vierhundert Zechinen, welche meine Schöne ſchon auf dieſelbe Karte geſetzt hatte. Da der Bankier fortfuhr ſich zu unterhalten, ſo ſagte M. M. in gutem Fran⸗ zöſiſch zu mir: Unſer Spiel iſ nicht hoch genug, um des Herrn Theilnahme zu erregen; gehen wir weg. Sie legt ihre Karten weg und ich ziehe das Geld ein, welches ich in die Taſche ſtecke, ohne dem Herrn zu antworten, der zu mir ſagt: Ihre Maske iſt in der That zu intolerant. Ich begebe mich ſodann wieder zu meiner Schönen, welche von Menſchen umringt war.

Wir blieben vor der Bank des Signore Peter Marcello ſtehn, eines reizenden jungen Mannes, neben dem Madame Venier ſtand, die Schweſter des Signore Momolo. Meine Geliebte ſpielt; ſie verliert fünf Rollen hinter einander. Da ſie kein Geld mehr hat, nimmt ſie das Gold aus meiner Taſche mit vollen Händen, und nach vier oder fünf Abzügen liegt die Bank in den letzten Zügen. Sie hört auf, und der edle Bankier grüßt ſie und macht ihr ein Compliment über ihr Glück. Nachdem ich alles gewonnene Geld eingeſteckt, reiche ich ihr den Arm und wir gehen weg; da ich aber bemerkte, daß uns Neugierige folgten, ſo nahm ich eine Ueberfahrts⸗ Gondel, welche ich anlegen ließ, wo ich wollte. So entgeht man in Venedig nachforſchenden Blicken.

Nachdem wir zu Abend gegeſſen, zählte ich unſern Ge⸗ winn und auf meinen Antheil kamen tauſend Zechinen. Nachdem ich das Uebrige in Rollen gepackt, bat mich meine Freundin, ſie zu den andern in den Schrank zu legen. Als ich dies gethan, zog ich mein Medaillon aus der Taſche und band es ihr um den Hals, was ihr große Freude verurſachte. Nachdem ſie ſich lange abgequält die Feder zu ſuchen, ohne ſie finden zu können, zeigte ich ihr das Geheimniß, und ſie fand mich ſehr ähnlich.

Da ich bedachte, daß wir den Myſterien der Liebe nur noch drei Stunden widmen konnten, ſo bat ich ſie um die

Erlaubniß, dieſelben benutzen zu dürfen. Ja, ſagte ſie, aber

ſei vernünftig, denn unſere Freund behauptet, ba Du todt uf. dem Schlachtfelde bleiben kannſt.