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vergeblichen Wunſche auf, Mutter zu werden. Der Abbé de Broſſes heilte ſie vermittelſt dieſer Pommade, und mit ihrem ſchönen Geſichte, welches glatt wie Atlas geworden war, begab ſie ſich in die Loge der Königin im Théaâtre- Français. Der Herzog von Chartres, welcher nicht wußte, daß ſeine Frau im Theater war, das ſie nur ſelten beſuchte, befand ſich gegenüber in der Loge des Königs. Er erkennt die Herzogin nicht, findet ſie ſchön und erkundigt ſich, wer ſie wäre; man ſagt es ihm; aber da er es nicht glaubt, verläßt er die Loge des Königs, begiebt ſich zu ſeiner Frau, becomplimentirt ſie und läßt ihr noch in derſelben Nacht ſeinen Beſuch ankündigen. Die Folge davon war, daß die Frau Herzogin neun Monate ſpäter mit dem Herzog von Montpenſier niederkam, welcher jetzt fünf Jahre alt iſt und ſich ſehr wohl befindet. Während ihrer Schwangerſchaft be⸗ hielt die Herzogin das ſchöne Geſicht; äls ſie aber nieder⸗ gekommen war, ſtellten ſich die Blätterchen wieder ein, und die Pommade hatte keine Wirkung mehr.
Nachdem der Graf ſeine Erzählung beendet, zog er eine ſchöne Schildpattdoſe mit dem ſehr ähnlichen Portrait der Herzogin aus der Taſche und ſagte: Ihre Hoheit erſucht Sie, ihr Portrait anzunehmen, und wenn Sie es faſſen laſſen wollen, ſo bittet Sie ſte, dies anzunehmen: es war eine Rolle von hundert Louisd'ors. Ich nahm die Doſe und die hun⸗ dert Louisd'ors und erſuchte den Grafen, der Prinzeſſin meine ganze Dankbarkeit auszudrücken. Ich habe das Por⸗ trait niemals faſſen laſſen, denn ich bedurfte damals des Geldes zu etwas ganz Anderm.
In der Folge erwies die Herzogin mir noch mehrmals die Ehre, mich rufen zu laſſen; aber von ihrer Heilung war keine Rede mehr; ſie war nicht im Stande die nöthige Diät zu beobachten. Zuweilen ließ ſie mich fünf bis ſechs Stunden bald in dieſem, bald in jenem Winkel arbeiten, wobei ſie ab und zuging, und mir durch den guten alten Diener, welcher den Mund nicht aufmachte, das Mittags⸗ oder Abendeſſen bringen ließ.
Die Cabbala wurde nur wegen geheimer Geſchichten, die ſie kennen zu lernen wünſchte, befragt, und oft fand ſie
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