Teil eines Werkes 
5. Bd. (1850)
Entstehung
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Ich bin Garnier, einziger Sohn des Weinhändlers Garnier in der rue de Seine.

Nun wohl, Herr Garnier, ich werde nicht mehr zu Fräulein Sanſon gehen. Seien Sie mein Freund.

Bis zum Tode. Leben Sie wohl, mein Herr.

Leben Sie wohl und ſeien Sie glücklich.

Patu kam fünf Minuten nach Garnier's Weggehen. Ich erzählte ihm die ganze Geſchichte und er betrachtet mich als einen Helden. Ich würde nicht anders gehandelt haben, als Du, ſagte er, aber ich würde mich wohl gehütet haben, wie Garnier zu handeln.

Etwa um dieſe Zeit ließ der Graf von Melfort, Oberſt des Regiments Orléans, mich durch Camilla, Schweſter Coralinens, welche ich nicht mehr beſuchte, bitten, vermit⸗ telſt meiner Cabbala zwei Fragen zu beantworten. Ich gebe zwei ſehr dunkle, aber vielſagende Antworten; ich ſiegele ſie und gebe ſie Camillen, welche mich bittet, ſie am nächſten Tage nach einem Orte zu begleiten, den ſie mir nicht nen⸗ nen dürfe. Ich folge ihr; ſie führt mich ins Palais⸗Royal, wo ſie mich auf einer kleinen Treppe in die Gemächer der Frau Herzogin von Chartres*) bringt. Ich warte etwa eine Viertelſtunde, die Herzogin erſcheint und ſie erweiſt Camillen viele Liebkoſungen zum Danke dafür, daß ſie mich *) Von dieſer wird unter Anderm berichtet, daß ſie ſich einſt im Palais⸗Royal um acht Uhr Abends damit amuſirt, einen jun⸗ gen Holländer anzulocken, welchen ſie hübſch gefunden hatte. Der junge Mann wollte die Sache raſch abmachen, da er ſie für ein Freudenmüdchen hielt, worüber ſie ſich ſehr emport fühlte. Sie rief einen Schweizer herbei und gab ſich zu erkennen. Der Fremde wurde feſtgenommen und entſchuldigte ſich damit, daß ſie ihm mit ſehr freien Reden zu Leibe gegangen ſei. Er wurde losgelaſſen, und der Herzog von Orléans hielt ſeiner Frau eine ſehr ernſte Strafpredigt. Sehr bezeichnend für ſie iſt auch die Antwort, welche ihr Frau von Coislin in Folge eines gegen ſie gerichteten Angriffes ertheilte:Madame, ſagte ſie, es iſt weder Herr von Melfort, noch Herr von Polignac: es iſt auch nicht der kleine Varennes und eben ſo wenig der Schauſpieler Grand⸗Pré; über⸗ haupt habe ich noch nicht die Erfahrung gemacht, daß man Geld braucht, um Liebhaber zu finden.