Teil eines Werkes 
5. Bd. (1850)
Entstehung
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Unglück, gleichviel was es werde, ſtrebe, ihr Geſchick mit

dem meinigen zu vereinigen. Wenn ich aber nun zufälliger Weiſe ebenfalls damit

umginge, um ihre Hand anzuhalten?

Dann würden wir beide gleich beklagenswerth ſein, und der Eine von uns würde aufhören müſſen zu leben, ehe der Andere ſie erhielte, denn ſo lange ich lebe, wird Fräulein Sanſon keines Andern Frau werden.

Dieſer junge, wohlgewachſene, bleiche, ernſte Mann, welcher kalt wie ein Marmorblock und wahnſinnig verliebt war, welcher Vernunft und die tiefſte Verzweiflung ver⸗ einigte, und welcher eine ſolche Rede mit dem wunderbar⸗ ſten Phlegma an mich richtete und noch dazu in meinem eigenen Zimmer, gab mir Stoff zum Nachdenken. Gewiß fürchtete ich den Mann nicht, aber, wenn auch in Fräulein Sanſon verliebt, war ich doch nicht in dem Grade entſlammt,

daß ich ihrer ſchönen Augen wegen einen Menſchen hätte

ermorden oder mich ermorden laſſen können, um eine auf⸗ keimende Liebe nicht untergehn zu laſſen. Ohne dem jun⸗ gen Menſchen ein Wort zu antworten, gehe ich eine Viertel⸗ ſtunde lang in meinem Zimmer auf und ab, Folgendes bei mir erwägend: Wird es ruhmwoller für mich ſein und mich in meiner eignen Achtung erhöhn, wenn wir uns beide mit kaltem Blute die Hälſe brechen, oder wenn ich ihm die Ruhe wiedergebe und ihm auf eine würdige Weiſe das Feld freilaſſe?.

Die Eigenliebe ſagte zu mir: Schlage Dich; die Ver⸗ nunft ſagte: Bringe Deinen Gegner zu der Erkenntniß⸗ daß Du verſtändiger als er biſt. Was werden Sie von mir denken, mein Herr, ſage ich mit entſchloſſenem Tone, wenn ich darein willige, keinen Fuß mehr in Fräulein San⸗ ſons Haus zu ſetzen?

Ich werde ſagen, mein Herr, daß Sie ſich eines Un⸗ glücklichen erbarmen, und Sie werden mich immer bereit finden, den letzten Blutstropfen für Sie zu vergießen, um Ihnen meine Dankbarkeit zu bezeigen.

Wer ſind Sie?