zend iſt.
Wir gaben ihm eine Skizze und damit war die Sache abgemacht. Der Maler ſagte, ſeine Lieblingsmahl⸗ zeit wäre das Abendeſſen und wir würden ihm ein Vergnü⸗ gen erweiſen, wenn wir ihn oft mit unſerer Gegenwart be⸗ ehren wollten. Er war wie alle Quackſalber mit einer Maſſe von Briefen und Certifikaten aus Bordeaux, Tou⸗ louſe, Lyon, Rouen u. ſ. w. verſehen, in welchem ihm Com⸗ plimente über die vortreffliche Ausführung ſeiner Portraits gemacht oder Beſchreibungen für neue aufgetragen wur⸗ den. Uebrigens ließ er ſich ſeine Portraits im Voraus be⸗ zahlen.
i Zwei oder drei Tage darauf begegnete ich ſeiner hüb⸗ ſchen Nichte, welche mir verbindliche Vorwürfe machte, daß ich nicht bei ihrem Onkel zu Abend ſpeiſe. Dieſe Nichte war ein leckerer Biſſen, und da mir der Vorwurf ſchmei⸗ chelte, ſo verſprach ich, am nächſten Tage zu kommen, und in weniger als acht Tagen war die Sache ernſthaft gewor⸗ den. Ich verliebte mich in ſie; aber die intereſſante Nichte, welche Geiſt hatte und ſich nur amuſiren wollte, verliebte ſich nicht und bewilligte mir nichts. Ich hoffte, und da ich nun einmal gefangen war, ſo ſah ich wohl ein, daß ich nichts Beſſeres thun konnte.
Als ich eines Tages allein in meinem Zimmer war und meinen Kaffee trank, während ich an ſie dachte, geht die Thür auf, ohne daß ſich Jemand hätte anmelden laſſen und herein tritt ein junger Mann, welcher ſich mir vorſtellt. Ich konnte mich nicht auf ihn beſinnen; aber ehe ich noch Zeit gefunden, die geringſte Frage an ihn zu richten, fängt er an: Mein Herr, ich habe die Ehre gehabt, mit Ihnen beim Ma⸗ ler Sanſon zu ſpeiſen.
Ach ja, entſchuldigen Sie mich, mein Herr, ich konnte mich nicht auf Sie beſinnen.
Das iſt natürlich, denn Sie hatten bei Tiſche nur Augen fur Fräulein Sanſon.
Das iſt ſehr möglich; da Sie aber dies bemerkt haben, ſo werden Sie wohl zugeben, daß dieſelbe rei⸗


