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Was mich betrifft, ſo bin ich überzeugt, daß ich Ihnen nichts
Uebles zufügen werde und hoffe Ihnen einiges Gute erwei⸗ ſen zu können. Um Sie wegen meiner zu beruhigen, werde ich Sie behandeln, als ob Sie meine Schweſter wären, denn um Ihr Vater zu ſein, bin ich zu jung, und ich würde nicht ſo mit Ihnen ſprechen, wenn ich Sie nicht reizend fände. Unterdeß kam auch ihr Bruder. Es war ein hübſcher gutgewachſener Junge von achtzehn Jahren, aber ohne Aus⸗ druck; er ſprach wenig und ſeine Phyſiognomie ließ nicht viel von ihm erwarten. Wir frühſtückten zuſammen und als ich ihn fragte, wozu er die meiſte Neigung fühle, ant⸗
wortete er, er wäre bereit Alles zu thun, womit er auf
eine anſtändige Weiſe ſeinen Lebensunterhalt verdienen könne.
Haben Sie irgend ein Talent?
Ich ſchreibe ziemlich gut.
Das iſt etwas. Wenn Sie ausgehen, nehmen Sie ſich ſehr in Acht; betreten Sie kein Kaffeehaus und ſprechen Sie auf den öffentlichen Promenaden mit Niemand. Eſſen Sie zu Hauſe mit Ihrer Schweſter und laſſen Sie ſich ein kleines beſonderes Kabinet geben. Schreiben Sie heute etwas in franzöſiſcher Sprache, das geben Sie mir morgen und wir wollen dann ſehen. Was Sie betrifft, Fräulein, ſo ſind hier Bücher für Sie. Ich habe Ihre Papiere; mor⸗ gen werde ich Ihnen etwas ſagen können; denn wir werden uns heute nicht mehr ſehen; ich komme gewöhnlich ſpät nach
Hauſe.
Sie nahm einige Bücher, grüßte mich auf eine beſchei⸗ dene Weiſe und ſagte mit einem bezaubernden Tone zu mir, daß ſie unbedingtes Vertrauen zu mir habe.
Da ich ſehr geneigt war ihr nützlich zu werden, ſo ſprach ich an dieſem Tage überall von ihr und ihren An⸗ gelegenheiten; und überall ſagten Männer wie Frauen, daß es ihr nicht fehlen könnte, wenn ſie hübſch wäre, daß ſie aber wohl daran thun würde, Schritte zu thun. Was den Bruder betraf, ſo verſicherte man mir, daß er in irgend einem Bureau würde untergebracht werden können. Ich war bemüht eine Frau comme il faut zu finden, welche ſie Herrn d'Argenſon vorſtellen könnte. Das war der richtige Weg,


