Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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ſtellers in Prag in der Perſon des Grafen Franz Hardig, jetzt bevollmächtigten Miniſters des Kaiſers am ſächſiſchen Hofe, wieder gefunden.

Der Abbé Voiſenon ſtellte mich Fontenelle vor, wel⸗ cher 83 Jahre alt war. Dieſer Schöngeiſt, liebenswürdige Gelehrte und tiefe Phyſiker, welcher durch ſeine bon mots berühmt war, konnte kein Compliment machen, ohne es mit Geiſt und verbindlichen Worten zu würzen. Ich ſagte ihm, ich käme eigens aus Italien, um ihn zu ſehen. Geſtehen Sie, mein Herr, antwortete er, daß Sie lange auf ſich ha⸗ ben warten laſſen. Eine zugleich verbindliche und kritiſi⸗ rende Antwort, welche auf eine geiſtreiche und feine Weiſe das Lügneriſche meines Compliments hervorhob. Er ſchenkte mir ſeine Werke und fragte mich, ob ich an den franzöſi⸗ ſchen Schauſpielern Geſchmack fände; ich ſagte, ich hätte in der Oper Thétis et Pelée geſehen? Dieſes Stück war von ihm, und als ich es lobte, antwortete er, es wäre eine téte pelée.*)

Ich war geſtern im Théater Français, man gab Athalie. Es iſt das Meiſterwerk Racine's und Voltaire hat Un⸗ recht, wenn er mir Schuld giebt, ich hätte es kritiſiren wollen, und er mir ein Epigramm zuſchreibt, von dem man nie den Verfaſſer kennen gelernt hat.

Ich habe ſagen hören, Herr von Fontenelle wäre der zärtliche Freund von Frau von Tencin geweſen, aus deren Umgang d'Alembert entſproſſen, und Le Rond wäre nur der Pflegevater geweſen.**) Ich lernte d'Alembert bei Frau von Graffigni kennen. Dieſer große Philoſoph beſaß das Ge⸗ heimniß, nicht gelehrt zu ſcheinen, wenn er in Geſellſchaft lie⸗ benswürdiger Perſonen war, welche auf Wiſſenſchaften und G

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*) Kopf ohne Haare.

**) Nach Grimm war d'Anabert ein Sohn von Deſtouches und der Aebtiſfin de Tenein, und wurde als Findling auf den Stufen der Kirche St. Jean le Rond ausgeſetzt, weswegen er zu⸗ erſt den Namen le Rond führte. 3