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Künſte keinen Anſpruch hatten, und er beſaß die Kunſt, de⸗ nen, die ſich mit ihm unterhielten, Geiſt zu geben.
Als ich das zweitemal nach meiner Flucht aus den Bleidächern nach Paris kam, war es für mich ein Freu⸗ denfeſt, den liebenswürdigen und ehrwürdigen Fontenelle wiederzuſehen; aber er ſtarb vierzehn Tage nach meiner An⸗ kunft im Anfange des Jahres 1757.
Als ich das drittemal nach Paris zurückkehrte, mit der Abſicht, hier mein Leben zu beſchließen, rechnete ich auf d'Alemberts Freundſchaft;; aber er ſtarb wie Fontenelle vier⸗ zehn Tage nach meiner Ankunft, gegen Ende des Jahres 1783. Jetzt fühle ich wohl, daß ich Frankreich und Paris zum letztenmale geſehen habe. Die Volksaufregung hat mich abgeſchreckt, und ich bin zu alt, um das Ende derſelben zu erleben.
Der Herr Graf von Looz,*) Geſandter des Königs von Polen und Kurfürſten von Sachſen am Hofe von Ver⸗ ſailles forderte mich 1751 auf, eine franzöſiſche Oper, in welcher ſich große Verwandlungen und Ballets, die mit dem Gegenſtande der Oper in Verbindung ſtänden, anbrin⸗ gen ließen, ins Italiäniſche zu überſetzen, und ich mäblte Zoroaſtre von Herrn von Cahuſac. Ich mußte die Worte der Muſik der Chöre anpaſſen, etwas ſehr Schwieriges. Auch blieb die Muſik ſchön, während die italiäniſche Poeſie eben nicht glänzte. Trotzdem ließ mir der großmüthige
Ronarch eine goldene Doſe übergeben, und ich machte mei⸗ ner Mutter dadurch großes Vergnügen.
In derſelben Zeit kam Fräulein Veſian mit ihrem Bru⸗ der nach Paris. Sie war ganz jung, gut erzogen, uner⸗ fahren unnd ſehr ſchön und liebenswürdig; ſie hatte ihren Bruder bei ſich. Ihr Vater, früͤher Offizier in franzöſiſchen Dienſten, war in Parma, ſeiner Vaterſtadt, geſtorben. Als Waiſe und ohne Erxiſtenzmittel zurückgeblieben, folgte ſie dem ihr gegebenen Rathe, Alles, was ihr Vater an Möbeln und Effekten hinterlaſſen, zu verkaufen und ſich nach Verſailles
*) Bekannt als einer der drei Vicekönige, welche Brühl njach der Flucht des Hofes im Jahre 1756 zurückließ.
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