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Rolle der Tonton unter lautem Beifall. In ihre Anmuth und ihr Talent verliebte ſich ein Mann von größtem Ver⸗ dienſt, der Abbé Voiſenon, mit welchem ich ebenſo genau wie mit Crébillon bekannt wurde. Alle Stücke dieſes Theaters, für deren Verfaſſerin Madame Favart gilt, und welche ihren Namen führen, ſind von dieſem berühmten Abbé, welcher nach meiner Abreiſe von Paris in die Aka⸗ demie gewählt wurde. Von mir glaubte der Abbé, daß ich Oratorien in Verſen machen könnte; ſie wurden zuerſt in den Tuilerieen an den Tagen geſungen, wo die Theater der Religion wegen geſchloſſen ſind. Dieſer liebenswürdige Abbé, geheimer Verfaſſer mehrerer Komödien, hatte nur eine ſchwache Geſundheit und einen ſehr dürftigen Körper; er war ganz Geiſt und Artigkeit und berühmt durch ſeine ſchlagenden und ſchneidenden Witze, welche indeß Niemand beleidigten. Es war unmöglich, daß er Feinde hatte, denn ſeine Kritik ſtreifte nur an der Oberfläche der Haut hin. Als er eines Tages von Verſailles kam, und ich ihn fragte, was es Neues gäbe, ſagte er: Der König gähnt, weil er morgen ins Parlament gehen muß, um ein lit⸗de- justice zu halten.
Warum nennt man das ein lit-de-justice?
Ich weiß keinen andern Grund als, weil die Gerech⸗ tigkeit darin ſchläft.
Ich habe das lebende Portrait dieſes berühmten Schrift⸗
den Tod des Helden im folgenden Jahre. Die Geſchichte meldet, daß ſie ſpäter den berühmten Liebhaber durch einen kleinen ſchwind⸗ ſüchtigen Abort, Abbé Voiſenon genannt, erſetzte. Offenbar war es das Geſchick des ſtolzen Sachſen, welcher mit den Waffen in der Hand nie eine Niederlage erlitt, daß ihm Versmacher als Ne⸗ benbuhler in der Liebe vorgezogen wurden. Wenigſtens berichtet die Geſchichte, daß er auch auf Marmontel eiferſüchtig wurde, als er Fräulein von Navarre liebte, welche ſpäter einen Marquis Mi⸗ rabeau heirathete, einen Bruder des Menſchenfreundes, und welche darauf aus Verzweiflung über die Verfolgungen der gegen ihren Mann gereizten Familie ſtarb. Dieſe Mesalliancen und die Fol⸗ gen derſelben bewogen den Marquis von Mirabeau ſein Vater⸗ land zu verlaſſen.
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