Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

173

ich gegen eine pikante, lebendige, liebenswürdige Brunette,

welche eine entzückende Stimme hatte, den Grauſamen ge⸗

ſpielt hätte.

Während der erſten vier oder fünf Monate kamen zwiſchen uns beiden nur Kindereien vor; als ich aber eines Nachts ſpät nach Hauſe kam und ſie auf meinem Bette in tiefem Schlafe fand, glaubte ich ſie nicht wecken zu müſſen und legte mich neben ſie. Sie verließ mich erſt mit Tages⸗ anbruch.

Es waren noch nicht drei Stunden verfloſſen, ſeitdem Mimi mich verlaſſen hatte, als eine Modehändlerin mit einem reizenden Mädchen zu mir kam und mich um ein Frühſtück bat. Ich fand das junge Mädchen eines Früh⸗ ſtückIs ſehr werth, da ich aber der Ruhe bedurfte, ſo bat ich ſie, ſich zu entfernen, nachdem ich mich eine Stunde mit ihnen unterhalten. Als ſie fortgegangen waren, kam Ma⸗ dame Quinſon mit ihrer Tochter, um mein Bett zu machen. Ich ziehe meinen Schlafrock an und fange an zu ſchreiben.

Ach, die liederlichen Vetteln! rief die Mutter aus.

Gegen wen ſind Sie ſo böſe, Madame?

Das Räthſel iſt nicht ſchwer zu löſen: die Betttücher ſind gänzlich beſchmutzt.

Das thut mir leid, liebe Frau, aber wechſeln Sie die⸗ ſelben und das Uebel wird wieder gut gemacht ſein.

Sie geht keifend und drohend hinaus: Wenn ſie noch einmal kommen, ſo ſollen ſie etwas erleben.

Als Mimi allein bei mir war, machte ich ihr wegen

ihrer Unbeſonnenheit Vorwürfe. Sie antwortete lachend, die Liebe habe dieſe Frauenzimmer hergeſchickt, um die Un⸗

Denke Du daran. G

*