Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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beklagte ſich eines Abends gegen ſeine Freundin, daß ſie die Schönheit der Sterne am Firmament lobe, da ſie doch wiſſe,

und Rückreiſe durch Montauban wurde ſie vom Commandanten Grafen von Hérouville mit großer Auszeichnung aufgenommen, und als ſie wieder in Paris anlangte, empfing ſie von demſelben einen etwa folgendermaßen lautenden Brief:Ich bin vergiftet. Meine ganze Dienerſchaft iſt es ebenfalls. Kommen Sie, Fräu⸗ lein, kommen Sie mir zu Hülfe und bringen Sie einen Arzt mit. Ich habe nur zu Ihnen Vertrauen. Sie reiſte mit einem ge⸗ ſchickten Arzte ab, und Herr von Hérouville wurde gerettet. Er hatte ſchon für ſie einen Enthuſiasmus gefaßt, welcher bei Grei⸗ ſen mit lebhaftem Kopfe der Liebe ſehr nahe kömmt. Der Dienſt, welchen ſie ihm erwieſen, ſteigerte denſelben noch. Er hatte ge⸗ ſehen, wie ſie an der Spitze ſeines Haushalts Ordnung und Ruhe wiederhergeſtellt, ſeine Leute, denen der Grünſpan die Eingeweide zerriß, wieder mit Hoffnung erfüllt, ſie beruhigt, und wie ſie in moraliſcher Hinſicht das gethan, was der Doktor Malome als Arzt gethan. So viel Eifer und Muth erfüllten ihn mit Be⸗ wunderung, und ſobald er außer Gefahr war, wußte er ihr ſei⸗ nen Dank nicht beſſer auszudrücken, als indem er wie Medor zu Angelica ſagte:

Vous servir est ma seule envie:

Pen fais mon espoir le plus doux.

Vous m'avez conservé la vie;

Je ne la chéris que pour vous.

Sie war vernünftig genug, um ſeinen dringenden Bitten zunächſt zu widerſtehen; aber ſie hatte die Schwäche, denſelben endlich nachzugeben, jedoch unter der Bedingung, daß ihre Ehe geheim bliebe; ſie blieb es einige Zeit; aber ſie wurde Mutter, und nun wurde dieſelhe veröffentlicht.

Das einzig vernünftige Benehmen, welches beide hätten beobachten können(und dieſen Rath gab ich meiner Freundin), würde darin beſtanden haben, daß ſie ſich auf eine Geſellſchaft von ihnen ausgewählter Männer beſchränkt hätten, daß ſie die⸗ ſelbe angenehm und wo möglich auch für Frauen anziehend ge⸗ macht hätten, oder letztere entbehrt und ſo gethan hätten, als ob ſte dies gar nicht bemerkten. Frau von Hérouville ſah wohl ein, daß dies das einzige paſſende Benehmen war. Aber ihr Gemahl, der ſie gern produciren wollte, ſuchte der Meinung Gewalt anzu⸗ thun. Unglückliche Unklugheit! er hätte wiſſen müſſen, daß dieſe Meinung mit dem höchſten Intereſſe der Frauen zuſammenhing, und daß dieſe, ſchon gereizt, daß die filles ihnen ihre Männer