Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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ſidentin von N.; ihr Neffe, ein glänzender Stutzer, kam dazu, und ſie ſtellte mich vor, indem ſie ihm meinen Namen und mein Vaterland nannte.

Wie, mein Herr, Sie ſind Italiäner? Meiner Treu, Sie präſentiren ſich ſo gut, daß ich gewettet hätte, Sie wä⸗ ren ein Franzoſe.

Als ich Sie ſah, mein Herr, war ich derſelben Gefahr ausgeſetzt; ich hätte gewettet, Sie wären ein Italiäner.

Ich ſpeiſte in zahlreicher und glänzender Geſellſchaft bei Lady Lambert zu Mittag. Man wurde auf einen Karneol aufmerkſam, welchen ich am Finger trug, und in welchem mit großer Kunſt der Kopf Ludwigs XV. eingegraben war. Mein Ring ging um den Tiſch herum, und jeder fand die Aehnlichkeit außerordentlich.

Eine junge Marquiſe, welche im Rufe ſtand, ſehr geiſt⸗ reich zu ſein, fragte mich mit der ernſteſten Miene: Iſt dies wirklich eine Antike?

Der Stein gewiß, Fräulein.

Alles lachte, ausgenommentdie liebenswürdige Zerſtreute, welche nicht Acht darauf gab. Beim Deſſert wurde vom Rhinoceros geſprochen, welches fuͤr vierundzwanzig Sous auf der Meſſe von St. Germain gezeigt wurde. Wir wol⸗ len es ſehen! Wir wollen es ſehen! Wir ſteigen in den Wa⸗ gen und kommen an. Wir gehen durch verſchiedene Gänge, um den Ort zu ſuchen. Ich war der einzige Cavalier; ich ſchützte zwei Damen gegen die Menge und die geiſtreiche Marquiſe ging vor uns her. Am Ende der Allee, wo das Thier ſein ſollte, ſaß ein Mann, um das Geld in Empfang zu nehmen. Dieſer Mann in afrikaniſchem Anzuge war al⸗ lerdings von dunkler Farbe und ungeheurer Größe; aber nichtsdeſtoweniger hatte er eine menſchliche und ſehr männ⸗ liche Form, und die ſchöne Marquiſe hätte ſich wohl nicht leicht täuſchen köͤnnen. Dennoch geht die Zerſtreute gerade auf ihn los und fragte:

Sind Sie das Rhinoceros, mein Herr?

Nur herein, Madame, herein.

Wir platzten vor Lachen; und als die Marquiſe das Thier ſah, glaubte ſie ſich beim Herrn entſchuldigen und ihm