160
Guter Gott! ich bin verloren: welch fürchterliches Früh⸗ ſtuck! Erklären Sie ſich.
Ich habe ein Café getrunken und zwei Savoyarden dazu gegeſſen, wie ich es alle Morgen thue.
Aber das iſt ja einfältig, mein Freund. Ein Café iſt der Laden, wo man ihn verkauft, und was man trinkt, iſt eine Taſſe Kaffee.
Gut, Sie trinken alſo die Taſſe. Wir in Italien ſa⸗ gen Kaffee und ſind verſtändig genug, nicht zu glauben, daß es der Laden iſt.
Er will Recht haben. Und wie haben Sie die beiden Savoyarden hinuntergebracht?
Ich habe ſie eingetunkt? denn ſie waren nicht größer als die, welche auf Ihrem Tiſche liegen.
Und das nennen Sie Savoyarden? Sagen Sie doch Biscuits. 3
In Italien nennen wir das Savoharden, weil man ſie in Savohen erfunden hat; und es iſt nicht meine Schuld, wenn Sie glaubten, ich hätte zwei Commiſſionaire verſchluckt, große Lümmel, welche Sie in Paris Savoyarden nennen, obwohl dieſelben oft gar nicht in Savohen geweſen ſind.
Ihr Mann kömmt dazu, und ſie erzählt ihm unſer
ganzes Geſpräch. Er lachte ſehr darüber, gab mir aber
Recht. Ihre Nichte hatte ſich während deſſen auch eingeſun⸗ den; dieſe war eine junge Perſon von vierzehn Jahren,
wohlgezogen, beſcheiden und geiſtvoll. Ich hatte ihr fünf oder ſechs Stunden gegeben, und da ſie die Sprache liebte und ſich unausgeſetzt damit beſchäftigte, ſo fing ſie ſchon an zu ſprechen. Um mir in italiäniſcher Sprache ein Compli⸗ ment zu machen, ſagte ſie: Signore, sono incantata di vi vedere in buona salute. ₰
Ich danke Ihnen, Fräulein, aber wenn Sie erfreut überſetzen wollen, müſſen Sie ſagen, ho piacere, und Sie zu ſehen, heißt di vedervi.
Mein Herr, ich glaubte, man müſſe vi vorne ſetzen.
Nein, Fräulein, vi muß man hinten ſetzen.
*


