——B—, v n
————O—er u K
159
7
wuüͤrde ſie geheirathet haben, wenn ſie ihm nicht Behufs der Erkundigungen nach ihrer Geburt falſche Adreſſen gegeben hätte. Die Familie Preati in Venedig verläugnete ſie na⸗ türlich. Herr von Saint⸗Simon, welcher trotz ſeiner Liebe geſunden Menſchenverſtand bewahrt hatte, gewann es über ſich, ſie zu verlaſſen. Mit einem Worte, Paris war nicht das Eldorado meiner ſchönen Landsmännin, denn ſie war genöthigt, hier ihre Diamanten zu verpfänden. Nach Ve⸗ nedig zurückgekehrt, heirathete ſie den Sohn deſſelben Uecelli, welcher ſie aus dem Elende gezogen. Sie ſtarb vor zehn Jahren.
Ich nahm fortwährend franzöſiſche Stunden bei mei⸗ nem guten alten Cröbillon; trotz deſſen ließ mich meine von Italiänismen ſtrotzende Sprache oft das Gegentheil ueei ſagen, was ich wollte; aus meinen Quiproquo's gilgen aber gewöhnlich ſeltſame Scherze hervor, welche Glück mach⸗ ten, und das Beſte dabei war, daß mein Kauderwelſch kein ungünſtiges Vorurtheil gegen meinen Geiſt erregte; es ver⸗ ſchaffte mir vielmehr angenehme Bekanntſchaften.
Mehrere feine Damen baten mich, ſie im Italiäniſchen
zu unterrichten, um ſich, wie ſie ſagten, das Vergnügen zu
verſchaffen, mich franzöſiſch zu lehren; bei dieſem Austauſche gewann ich mehr als ſie.
Madame Préodot, welche eine meiner Schülerinnen war, empfing mich eines Tages in ihrem Bette und ſagte zu mir, daß ſie nicht Luſt habe, Unterricht zu nehmen, weil ſie am Abend eingenommen. Nun alberner Weiſe einen ita⸗ liäniſchen Ausdruck überſetzend, fragte ich ſte mit dem Tone der höchſten Theilnahme, ob ſie gut dechargirt habe.
Mein Herr, was fragen Sie? Sie ſind unausſtehlich!
Ich wiederhole die Frage: neuer Ausbruch von ihrer Seite. Sprechen Sie nie dieſes abſcheuliche Wort aus. 7 Sie mögen noch ſo böſe werden, es iſt das richtige
ort.
Im Gegentheil ein ſehr ſchmutziges; aber brechen wir davon ab. Wollen Sie frühſtücken?
Nein, ich habe es ſchon gethan; ich habe ein Café und zwei Savoyarden zu mir. genommen.


