Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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merkwürdige Worte, welche Giulietta hören mußte: Wir haben hier ſchönere.

Am Nachmittage ging ich zum venetianiſchen Geſand⸗ ten. Ich fand ihn beim Deſſert und in großer Geſellſchaft; Madame Querini ſaß zu ſeiner Rechten und ſagte mir die ſchmeichelhafteſten und freundſchaftlichſten Sachen, was mir bei einem leichtſinnigen Frauenzimmer wie ſie, welches kei⸗ nen Grund mich zu lieben hatte, mießfiel, denn ſie wußte, daß ich ſie gründlich kannte und ſie zurechtzuſetzen verſtan⸗ den hatte; da ich aber den Grund dieſer Taktik einſah, ſo beſchloß ich, nicht ungefällig gegen ſie zu ſein und um mich auf eine edle Weiſe zu rächen, ihr alle Dienſte, welche in meiner Macht ſtänden, zu erweiſen.

Als ſie das Geſpräch auf Herrn Querini brachte, be⸗ komplimentirte ſie der Geſandte, daß derſelbe ihr durch eine Heirath gerecht geworden. Das, fügte er hinzu, wußte ich übrigens nicht. Dennoch, erwiederte Giulietta, iſt es ſchon vor zwei Jahren geſchehen. Es iſt eine Thatſache, fiel ich ein; denn vor zwei Jahren hat der General Spada ſie un⸗ ter dem Namen und mit dem Titel Excellenz Madame OQuerini dem ganzen Adel von Ceſena vorgeſtellt, wo ich zu ſein die Ehre hatte. Ich zweifle nicht daran, ſagte der Geſandte, da Querini ſelbſt es mir ſchreibt.

Als ich mich einige Augenblicke darauf zum Weggehn anſchickte, ſchützte der Geſandte einige Briefe vor, deren In⸗ halt er mir mitzutheilen hätte, bat mich, mit ihm in ſein Kabinet zu kommen und fragte mich hier, was man in Ve⸗ nedig über dieſe Heirath dächte.

Niemand weiß etwas davon, und man ſagt ſogar, der Aelteſte des Hauſes Querini ſei im Begriff, eine Grimani zu heirathen; aber ich werde dieſe Nachricht nach Venedig melden.

Welche Nachricht?

Daß Giulietta wirklich Querini geworden iſt, da Ew. Excellenz ſie als ſolche Ludwig XV. vorſtellen will.

Wer hat Ihnen das geſagt?

Sie ſelbſt.

Vielleicht hat ſie ihre Anſicht geändert.