Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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Du hätteſt ſie eher verachten ſollen. Da es aber nun einmal eine geſchehene Sache iſt, ſo laß uns im Hotel du Roule ſpeiſen, wo) Du Dich entſchädigen kannſt.

MeineréTreu, ja; die Idee iſt ausgezeichnet; brechen wir auf..

Das Hotel du Roule war berühmt in Paris und ich kannte es noch nicht. Die Beſitzerin hatte es elegant möblirt und hielt hier zwölf bis vierzehn gewählte Nymphen nebſt allen wünſchenswerthen Bequemlichkeiten, guten Tiſch, gute Betten, Reinlichkeit, Einſamkeit in herrlichen Boskets. Ihr Koch war vortrefflich, und ihre Weine ausgezeichnet. Sie nannte ſich Madame Paris, wahrſcheinlich ein angenomme⸗ ner Name, welcher aber vollkommen genügte. Sie wurde von der Polizei beſchützt, und war weit genug von Paris entfernt, um ſicher zu ſein, daß die Beſucher ihrer liberalen Anſtalt über der Mittelklaſſe ſtänden. Die innere Polizei war wie ein Notenblatt geregelt und alle Vergnügungen einem vernünftigen Tarif unterworfen. Man bezahlte ſechs Franes für ein Frühſtüͤck mit einer Nymphe, zwölf Francs für ein Mittagseſſen und das Doppelte für die Nacht. Ich fand, daß das Haus ſeinen Ruf noch übertraf und der Vor⸗ zug vor dem Kaninchengarten verdiente.

Wir ſteigen in einen Fiaker und Patu ſagt zum Kut⸗ ſcher. Nach Challlot!

Ich verſtehe, mein Bürger.

Nach einer halbſtündigen Fahrt hält er vor einem Thorwege an, über welchem die Worte Hotel du Roule ſtanden.

Das Thor war geſchloſſen. Ein Schweizer mit dickem Schnurrbarte tritt aus einer Halbthür hervor und mißt uns mit ernſter Miene. Da er mit uns zufrieden zu ſein ſchien, ſo macht er auf und wir treten ein. Eine einäugige Frau

oon etwa funfzig Jahren, welche ohne Zweifel früher ſehr

ſchön geweſen war, kam auf uns zu und nachdem ſie uns höflich gegruͤßt, fragte ſte uns, ob wir bei ihr zu Mittag ſpeiſen wollten. Als wir dieſe Frage bejaht, führte ſie uns

in einen ſchönen Saal, wo wir vierzehn junge Perſonen

fanden, welche alle ſchön waren und Mouſſelinkleider tru⸗