Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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das Intereſſe verrathen; und ſie bezeigte mir ihre Dankbar⸗ keit durch die feinen Lobſprüche, welche ſie mir wegen der Auswahl und Schönheit der von mir gekauften Artikel er⸗ theilte. Sie wurde deswegen nicht froher geſtimmt, aber ihre Dankbarkeit gab ſich in einem zärtlichen Ausdrucke zu erkennen.

Der Lohnbediente war mit den Nähterinnen eingetre⸗ ten. Henriette ſagte ſehr milde zu ihm, er möchte hinaus⸗ gehen und warten, bis er gerufen würde. Die Nähterin macht ſich an die Arbeit, der Schuhmacher nimmt ihr Maaß und ich ſage ihm, er ſolle uns Pantoffeln holen. Eine Stunde darauf kehrte er zurück und der Lohnbediente trat wieder ungerufen ein. Der Schuhmacher, welcher franzöſiſch ſprach, erzählte Henriette Sachen, um ſich vor Lachen aus⸗ zuſchütten, als ſie ihn unterbrach, um den Bedienten, der ſehr ungenirt im Zimmer ſtand, zu fragen, was er wolle.

Nichts, Madame, ich bin hier, um Ihre Befehle zu empfangen.

Habe ich Ihnen nicht geſagt, daß Sie gerufen werden würden, wenn man Ihrer bedürfte..

Ich möchte wohl wiſſen, wer von Ihnen beiden meine Herrſchaft iſt?.

Keiner, ſagte ich lachend, hier iſt Ihr Lohn und nun gehen Sie.

Da der Schuhmacher ſah, daß Madame nur franzöſiſch ſprach, ſo bot er ihr einen Sprachlehrer an. Aus welchem Lande iſt er? fragte Henriette. Er iſt Flamländer, Madame, ſagte Meiſter St. Cripin, und iſt ein etwa funfzig Jahre alter Gelehrter. Er iſt, wie man ſagt, ein ſehr tugendhaf⸗ ter Mann. Er nimmt drei parmeſaniſche Livres für die einſtündige Lektion, das Doppelte für eine zweiſtündige und läßt ſich ſtundenweiſe bezahlen.

Mein Freund, ſagte Henriette, wünſcheſt Du, daß ich dieſen Lehrer nehme?

Ich bitte Dich, meine Theure, das wird Dir Vergnü⸗ gen machen.

Der Schuhmacher entfernte ſich und verſprach, den

Flamländer am nächſten Morgen zu ſchicken.

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