Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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5 ihre Reize das Glück herausfordern wollen, ſie in den Ab⸗

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Nachdem ſie dieſe kleine Rede beendet, welche ſie mit großem Ernſte und dem beſcheidenen und feſten Tone der Entſchloſſenheit vorgetragen, umarmte ſie ihren alten Freund auf eine Weiſe, in welcher ſich Gefühl und Zärtlichkeit aus⸗ ſprachen. Der Offizier, welcher nicht wußte, auf welche Veranlaſſung hin ſie ihn umarmte, wurde ſehr betrübt, als ich ihm Henriettens Rede überſetzte. Er bat mich, ihr zu ſagen, daß er, wenn er ihr ohne Widerſtreben gehorchen ſolle, wiſſen müſſe, daß es ihr in dieſer Stadt nicht am Nothwendigen fehlen würde. Sie können ihm die Verſiche⸗ rung geben, ſagte ſie, daß er über mein Schickſal nicht un⸗ ruhig zu ſein braucht.

Da dieſe Unterhaltung uns Alle traurig geſtimmt hatte, ſo blieben wir mit geſenkten Augen und ohne ein Wort zu ſprechen ſitzen; da ich aber dieſer Situation müde wurde, ſo ſtand ich auf, wünſchte ihnen eine gute Nacht und ſah, daß Henriettens Geſicht glühte.

Sobald ich in meinem Zimmer angekommen war, fing ich an, beſtürmt von dem lebendigſten Gefühle der Liebe, des Erſtaunens und der Ungewißheit, laut mit mir ſelbſt zu ſprechen, wie ich es immer thue, wenn ich von einem Ge⸗ danken tief durchdrungen bin. Der ſtumme Gedanke genügt mir nicht; ich muß ſprechen und ich lege in dieſe Zwiege⸗ ſpräche mit mir ſelbſt ſo viel Lebhaftigkeit und Handlung, daß ich vergeſſe, daß ich allein bin. Die rückhaltsloſe Er⸗ klärung Henriettens jagte mich in Harniſch. Wer iſt denn, ſo ſprach ich zu den Wänden, dies Mädchen, welches die er⸗ habenſten Empfindungen mit dem Scheine cyniſcher Losge⸗ laſſenheit verbindet? In Parma, ſagt ſie, will ſie unbekannt bleiben und ihre eigene Herrin ſein; und ich bin nicht be⸗ rechtigt mir zu ſchmeicheln, daß ſie mir nicht dieſelbe Ver⸗ pflichtung auferlegen wird, wie dem Offizier, welchem ſie ſich ſchon ergeben hat. Lebet alſo wohl, Hoffnungen, Ausgaben und Träume! Wer mag ſie denn aber wohl ſein? In Parma

muß ſie entweder einen Mann oder einen Liebhaber haben, oder ſie muß ehrenwerthen Verwandten angehören, oder ſie

muß aus gränzenloſer Zügelloſigkeit und im Vertrauen auf