Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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werden errathen, daß ich durchaus nicht weiß, wer ſie iſt. Ich weiß nur, daß ſie ſich Henriette nennt, daß ſie nur eine Franzöſin ſein kann, daß ſie ſanft wie ein Lamm iſt, daß ſie eine gute Erziehung erhalten zu haben ſcheint und daß ſie geſund iſt. Sie muß Geiſt und Muth haben, wie ich in Rom und Sie in Ceſena an der Tafel des Generals haben bemerken können. Wenn ſie Ihnen ihre Geſchichte erzäh⸗ len und Ihnen erlauben will, ſie mir ins Lateiniſche zu überſetzen, ſo ſagen Sie ihr, daß ſie mich ſehr erfreuen würde, denn ich bin ihr aufrichtiger Freund, und ich kann Ihnen verſichern, daß es mich ſehr ſchmerzen wird, wenn wir uns in Parma werden verlaſſen müſſen. Ich bitte, ſagen Sie ihr auch, daß ich ihr die dreißig Zechinen, welche ich vom Biſchofe von Ceſena empfangen, ſchenken will, und daß ich, wenn ich reich wäre, die Beweiſe meiner Zuneigung und zärtlichen Anhänglichkeit nicht hierauf beſchränken würde. Jetzt, mein Herr, bitte ich Sie, ihr dies Alles in franzö⸗ ſiſcher Sprache zu ſagen. Nachdem ich ſie gefragt, ob ihr eine ganz getreue Ueber⸗ ſetzung nicht unangenehm ſein würde, und ich von ihr die Verſicherung empfangen, daß ſie dieſelbe gerade wünſche, theilte ich ihr Alles, was der Capitain geſagt, wörtlich mit. Mit der edelſten Freimüthigkeit, welche durch einen leichten Anflug von Schaam einen neuen Reiz erhielt, be⸗ ſtätigte mir Henriette die Wahrheit der Erzählung ihres Freundes; aber ſie bat mich, ihm zu ſagen, daß ſie ihn hinſichtlich ihrer Lebensabenteuer nicht befriedigen könne. Sagen Sie ihm, ich bitte Sie, daß daſſelbe Prinzip, welches mir nicht zu lügen erlaubt, mir die Wahrheit zu ſagen verbietet. Was die dreißig Zechinen betrifft, welche er mir zu geben beabſichtigt, ſo verſichern Sie ihm, daß ich keine ein⸗ zige annehmen werde, und daß er mich betrüben würde, wenn er bei ſeinem Wunſche beharren ſollte. Ich wünſche, daß, wenn wir in Parma ankommen, er mich allein, und wo ich will, wohnen laſſe, ohne ſich danach zu erkundigen, was aus mir geworden, und wenn er mir zufällig be⸗ gegnet, ſo möge er ſeine Güte noch dadurch erhöhen, daß er ſo thut, als ob er mich nicht kenne.

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