Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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zahlt werden ſolle. Da ich den Hafen zu ſehen wünſchte, welchen die Alten Centum cellae nannten, jetzt Cività Vec⸗ chig, ſo benutzte ich die Zeit und begab mich mit einem la⸗ teiniſch ſprechenden Cicerone dorthin.

Im Hafen ſah ich einen alten Offizier und dies Mäd⸗ chen, gekleidet, wie Sie ſie jetzt ſehen, aus einer Tartane ſteigen. Sie ſiel mir auf, aber ich würde nicht weiter an ſie gedacht haben, wenn der Offtzier ſich nicht blos in dem⸗ ſelben Gaſthof wie ich eingemiethet hätte, ſondern auch in ein Zimmer, in welches ich, ohne im Mindeſten neugierig zu ſein, hineinblicken mußte, ſobald ich aus dem Fenſter ſah. Am Abend ſah ich ſie beide an demſelben Tiſche und ein⸗ ander gegenüber ſitzend, ſpeiſen, ohne daß der Offizier ein einzigesmal das Wort an ſie richtete. Nach dem Abend⸗ eſſen ſtand das Mädchen auf, ohne daß ihr Kamarad nur einen Augenblick von dem Briefe, welchen er ſehr aufmerk⸗ ſam zu leſen ſchien, wegblickte. Eine Viertelſtunde darauf ſchloß der Offizier die Fenſtern, das Licht wurde ausge⸗ löſcht, und man legte ſich ohne Zweifel ſchlafen. Als ich am nächſten Tage nach meiner Gewohnheit früh aufſtand, ſah ich den Offizier ausgehen und das Mädchen blieb allein im Zimmer.

Ich ſagte meinem Cicerone, der mir zugleich als Be⸗ dienter diente, er möge dem als Offizier gekleideten Mädchen

ſagen, daß ich ihr zehn Zechinen ſchenken wolle, wenn ſie

mir ein einſtündiges Stelldichein bewillige. Er richtete die Beſtellung aus, und meldete mir, daß ſie franzöſiſch geant⸗ wortet, ſie werde nach dem Frühſtück nach Rom abreiſen, und dort werde es mir leicht werden, eine Gelegenheit zu finden, mit ihr zu ſprechen. Ich werde, ſagte der Cicerone, vom Fuhrmann ganz ſicher erfahren, wo ſie wohnen wird, und werde nicht vergeſſen, mich danach zu erkundigen. In der That reiſte ſie mit dem Offizier ab, und ich kehrte am folgenden Tage nach Rom zurück. 8

Am zweitfolgenden Tage nach meiner Rückkehr über⸗ gab der Kardinal mir Depeſchen, welche an Herrn Dutillot, Miinniſter des Herzogs, gerichtet waren, ſo wie einen Paß