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Dieſe Lage war fuͤr mich ſo neu, daß ſie mir räthſelhaft vorkam.
Als wir in Bologna angekommen waren, wo ein gu⸗ tes Abendbrot und das Feuer, welches ſich immer mehr und mehr in meinem Herzen entzündete, mich aufgeregter ſtimmten, fragte ich ſie, durch welches ſonderbare Abenteuer ſie die Frau dieſes braven Mannes geworden, welcher ſich eher zu ihrem Vater als zu ihrem Liebhaber zu eignen ſchien. Wenn Sie es zu wiſſen wünſchen, antwortete ſie lachend, ſo laſſen Sie ſich die Geſchichte von ihm ſelbſt er⸗ zählen; aber ſagen Sie ihm, er möge nichts auslaſſen. Ich ermangelte nicht es zu thun, und nachdem der gute Capi⸗ tain ſich durch die Zeichenſprache überzeugt, daß dieſer Be⸗ richt der ſchönen Franzöſin nicht mißfallen würde, begann er folgendermaßen:
„Da ein mir befreundeter Offizier einen Auftrag nach Rom hatte, ſo nahm ich einen halbjährigen Urlaub und be⸗ gleitete ihn dorthin.“
„Ich habe mit großem Vergnügen die Gelegenheit er⸗ griffen, eine Stadt zu ſehen, deren Namen einen ſo mächti⸗ gen Klang bewahrt hat, und welche durch ihre großen Er⸗ innerungen ſo ſehr imponirt. Ich zweifelte nicht daran, daß in der guten Geſellſchaft die lateiniſche Sprache allge⸗ mein geſprochen werden würde, und daß ſie wenigſtens ebenſo verbreitet wie in Ungarn ſein würde. Ich habe mich grau⸗ ſam getäuſcht, denn Niemand ſpricht ſie, nicht einmal die Geiſtlichen, welche nur Anſpruch darauf machen, ſie zu ſchreiben und Viele ſchreiben ſie allerdings mit großer Rein⸗ heit. Ich kam alſo in große Verlegenheit und das Ge⸗ ſicht ausgenommen bleiben meine Sinne ſo ziemlich unbe⸗ ſchäftigt,“ 3
„Seit einem Monat langweilte ich mich in dieſer alten Königin der Welt, als der Kardinal Albani meinem Freunde Depeſchen nach Neapel gab. Vor ſeiner Abreiſe empfahl er mich an Se. Eminenz und zwar auf eine ſo wirkſame Weiſe, daß der Kardinal mir binnen wenigen Tagen ein Paket für den Infanten Herzog von Parma, Piacenza und Guaſtalla verſprach, und mir zugleich ſagte, daß mir meine Reiſe be⸗


