Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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Thun Sie denn weiter nichts als ſpielen?

Nichts weiter. Wir ſpielen Pharao, und ich halte die Bank. 1

Da Alle die Leerheit dieſer ausweichenden Antwort fühlten, ſo fing das Gelächter von Neuem an und Giu⸗ lietta ſtimmte in daſſelbe ein. Aber, fragte der General, ge⸗ winnt die Bank viel?

Der Gewinn iſt allerdings ſo unbedeutend, daß es ſich nicht der Mühe lohnt, davon zu ſprechen.

Sicherlich fiel es Niemand ein, dem ehrenwerthen Ca⸗

pitain dieſe Antwort zu überſetzen. Die ganze übrige Un⸗ terhaltung war ebenſo pikant, und die Geſellſchaft trennte ſich entzuückt über die Anmuth und den Geiſt des reizenden Offiziers. Als gegen Abend die Zeit des Aufbruchs gekommen war, nahm ich Abſchied vom General, und wünſchte ihm eine glückliche Reiſe. Leben Sie wohl, ſagte er, ich wünſche Ihnen auch eine glückliche Reiſe, und viel Vergnügen in Neapel.

Für den Augenblick, antwortete ich, reiſe ich nicht dort⸗ hin; ich habe meinen Plan geändert und gehe nach Parma, wo ich den Infanten zu ſehen wünſche. Zu gleicher Zeit beabſichtige ich, dieſen beiden Offizieren, die ſich nicht ver⸗ ſtehen und nicht verſtändlich machen können, als Dolmet⸗ 1 ſcher zu dienen.

Ich verſtehe Sie, und wenn ich an Ihrer Stelle wäre, würde ich ebenſo handeln..

Ich nahm auch von Madame Querini Abſchied, welche mich bat, ihr von Bologna zu ſchreiben. Ich verſprach es ihr, mit dem Vorbehalte, es nicht zu thun.

Dieſe junge Franzöſin hatte ſchon, als ſie noch unter der Bettdecke lag, meine Theilnahme erregt; ſie hatte mir gefallen, ſobald ich ihre Geſtalt, und noch mehr, als ich ſee angekleidet geſehen. Sie feſſelte mich vollends, als ſte bei Tiſche eine Art Geiſt entwickelte, den ich ſehr liebte,

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en man in Italien ſelten findet und mit dem das ſchöne Geſchlecht in Frankreich gewöhnlich ausgeſtattet iſt. Ihre Ers erung ſchien mir nicht ſchwierig, und ich dachte an die

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