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ſagte er, mit dieſer Narrenspoſſe ordentlich umſpringen, in⸗
dem ich ihr den Anſchein der größten Wichtigkeit gebe.
Gehen Sie, ſagte er zu ſeinem Adjutanten und laden Sie dieſen Offizier und ſeinen Gefährten zum Mittagseſſen ein, begeben Sie ſich ſodann zum Biſchofe und ſagen Sie demſelben, daß der Offtzier, der eine bittere Schmach erlit⸗ ten, nicht eher abreiſen wird, als bis er eine glänzende Ge⸗ nugthuung und die Geldſumme, welche er als Entſchädigung fordert erhalten. Sagen Sie demſelben, daß ich ihm dies ſagen lafſe, und daß alle Ausgaben, welche der Offizier hier machen wird, auf ſeine Rechnung kommen werden.
Welcher Genuß für mich, bei dieſem Befehle zugegen zu ſein! Denn vermöge meiner Eitelkeit betrachte ich mich als den Urheber deſſelben. Ich gehe mit dem Adjutanten weg und ſtelle ihn dem Capitain vor, welcher ihn mit der Freude eines Soldaten, der einen Kamaraden findet, empfängt. Der Adjutant ladet ihn nebſt ſeinem Freunde ein und ſagt, er möge die Genugthuung und Entſchädigung, welche er fordere, ſchriftlich aufſetzen. Als die Sbirren den Adjutan⸗ ten des Generals erblickten, waren ſie verſchwunden. Ich gab dem Capitain Feder, Papier und Dinte und er ent⸗ warf ſeine Forderung in einem für einen Ungarn ziemlich guten Latein. Dieſer brave Mann wollte durchaus nur dreizig Zechinen fordern, obwohl ich ſehr in ihn drang, hun⸗ dert zu verlangen. Auch hinſichtlich der Genugthuung war er zu gemäßigt, denn er verlangte nur, daß der Wirth und die Sbirren ihn knieend in Gegenwart des Adjutanten um
Verzeihung bäten. Er drohte dem Biſchofe, wenn er das,
was er forderte, nicht binnen zwei Stunden erhielte, eine Staffette nach Rom an den Kardinal Alerander zu ſchicken, und auf ſeine Koſten, die er täglich mit zehn Zechinen be⸗ rechnen würde, in Ceſena zu bleiben.
Der Offizier entfernt ſich und einen Augenblick darauf tritt der Wirth ehrfurchtsvoll ins Zimmer und ſagt ihm er ſei frei, da ihm aber der Offizier durch mich ſagen läßt, daß er ihm zwanzig Stockſchläge ſchulde, ſo macht er ſich ſchnell aus dem Staube.
Ich verließ ſie, um mich anzukleiden, da ich mit ihnen
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