Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

197

tant dem angeblichen Alfani die Karten ins Geſicht gewor⸗ 9

fen und daß ſie am Mittage ein Stelldichein haben ſollte. Ich ging zu dieſem Offizier, erbot mich ſein Sekundant zu ſein und verſicherte ihm, daß kein Blut vergoſſen werden ſolle. Er dankte mir, und bei Tiſche ſagte er, daß ich richtig ge⸗ rathen, denn der Graf Alfani ſei nach Rom gereiſt. Wolan, ſagte ich zur Geſellſchaft, heute Abend werde ich Ihnen eine Bank legen.

Nach Tiſche nahm ich Madame Querini bei Seite, er⸗ zählte ihr die Geſchichte und überreichte ihr die funfzig Ze⸗ chinen, welche ich in Verwahrung hatte.

Vermittelſt dieſer Fabel, ſagte ſie, wollen Sie mir funfzig Zechinen ſchenken; ich will ſie nicht, ich brauche kein Geld.

Ich gebe Ihnen mein Wort, daß ich den Schurken ge⸗ zwungen, ſie mir nebſt den funfzig andern wiederzugeben.

Das kann ſein, aber ich will Ihnen nicht glauben. Er⸗ fahren Sie überdies, daß ich nicht einfältig genug bin, um mich betrügen oder gar beſtehlen zu laſſen. Die Philoſo⸗ phie verbietet, wegen einer guten Handlung Reue zu füh⸗ len; aber man darf ſich wohl ärgern, wenn eine böswillige Auslegung einen Vorwurf daraus macht.

Am Abend nach der letzten Vorſtellung zog ich, wie ich verſprochen, beim General ab, und verlor einige Zechi⸗ nen, aber man erwies mir viele Freundlichkeiten. Wenn der Spieler nicht hinter dem Gelde her zu ſein braucht, ſo iſt dies weit angenehmer als zu gewinnen.

Der Graf Spada, welcher mich lieb gewonnen, bat mich, mit ihm nach Briſighetta zu gehen; aber ich wieder⸗ ſtand, da ich durchaus nach Neapel gehen wollte.

Am folgenden Tage wurde ich durch einen ſchrecklichen Lärm geweckt, der faſt an der Thüre meines Zimmers voll⸗ führt wurde.

Ich ſtehe auf und öffne die Thüre, um zu ſehen,was es wäre. Ich ſehe eine Bande Sbirren an der Eingangs⸗ thüre und im Bette einen Mann von gutem Ausſehen, der gegen dieſes Geſindel, welches in der That die Peſt Italiens iſt, und gegen den Wirth, der dabei ſteht und der die Nichts⸗