Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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Blicke und hier zu meinem Erſtaunen den Venetianer Man⸗

zoni mit der beruͤhmten Giulietta, an deren Ball und Ohr⸗ feigen der Leſer ſich noch erinnern wird, bemerke.

Da ich ſah, daß ich nicht beobachtet wurde, ſo fragte ich meinen Nachbar, wer dieſe ſchöne, mit Diamanten be⸗ deckte Dame wäre. Es iſt, ſagte er, Madame Querini, eine Venetianerin, welche der General Graf Spada, Beſitzer des Theaters der neben ihr ſteht, aus Faenza, ſeiner Hei⸗ math, hierher geführt hat. Erfreut, daß Querini ſie ge⸗ heirathet und keineswegs daran denkend, mich ihr zu nä⸗ hern, aus Gründen, welche der Leſer eben ſo wenig wie unſere Streitigkeiten, als ich ſie als Abbé kleiden wollte, vergeſſen haben wird, ſchicke ich mich an, das Theater zu verlaſſen; aber in demſelben Augenblicke bemerkt ſie mich und ruft mich. Ich trete heran, und da ich nicht gekannt ſein wollte, ſo ſage ich leiſe zu ihr, ich hieße Faruſi. Manzoni ſagte ebenfalls, ich ſpräche mit Ihrer Excellenz Ma⸗ dame Querini. Ich weiß es, ſage ich zu demſelben, aus Briefen, die ich aus Venedig erhalten, und wünſche Madame aufrichtig Glück dazu. Giulietta, welche mich hört, erhebt mich augenblicklich zum Baron und ſtellt mich dem Grafen Spada vor. Dieſer Herr ladet mich ſehr freundlich ein, in ſeine LToge zu kommen, und nachdem er mich gefragt, wo⸗ her ich käme, wohin ich ginge u. ſ. w., bittet er mich, ihm die Ehre zu erweiſen und zu Abend bei ihm zu ſpeiſen.

Vor zehn Jahren in Wien war derſelbe der Freund Giulietta's geweſen, als Maria Thereſtia, welche den ſchlech⸗ ten Einfluß ihrer Reize fürchtete, ſie verbannt hatte. Sie hatte die Bekanntſchaft mit ihm in Venedig erneuert, wo ſie ihn veranlaßt hatte, ſie zu einer Vergnügungspartie nach Bologna zu führen, und Herr Manzoni, der ſchon ſo lange in ihrem Gefolge war und der mir dies Alles erzählte, be⸗ gleitete ſie, um Herrn Querini von ihrem guten Benehmen Rechenſchaft geben zu können. Der Ehrenwächter war aller⸗ dings nicht zum Beſten gewählt.

In Venedig wollte ſie, daß man glaube, er habe ſie heimlich geheirathet; aber in einer Entfernung von funfzig Meilen hielt ſie dieſe Förmlichkeit nicht fuͤr nöthig, und der

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