Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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mir kommen würden, und ſie kamen am nächſten Tage alle beide. Nach einigen unbedeutenden Reden gebe ich ihnen, was ich in der Bibliothek verfaßt, die Geſchichte des der Gräfin Mathilde entführten Schatzes.

Ich ſagte ihnen, daß ich entſchloſſen wäre, mich des Schatzes zu bemächtigen und ich verſprach ihnen den vierten Theil davon, unter der Bedingung, daß ſie die Scheide kauften. Hierzu fügte ich die Drohung, ihnen die Scheide wegzunehmen. Ich werde mich entſchließen, ſagte der Kom⸗ miſſarius, ſobald ich die Scheide geſehen haben werde. Ich verpflichte mich, ſie Ihnen morgen zu zeigen, erwiederte ich; nd hierauf trennten wir uns, gegenſeitig mit einander ſehr

aufrieden.

Um eine für das wunderbare Meſſer geeignete Scheide zu conſtruiren, mußte die ſeltſamſte Idee mit der barockeſten Form verbunden werden. Ich hatte die Form des Meſſers im Kopfe, und während ich an das Mittel dachte, etwas recht Ungewöhnliches, aber für den Gegenſtand Paſſendes zu Stande zu bringen, ſah ich auf dem Hofe einen alten Schaft, das Ueberbleibſel eines Cavalierſtiefels liegen, und mein Entſchluß ſtand feſt.

Ich nehme die alte Sohle, laſſe ſie kochen und ſpalte ſie ſo, daß das Meſſer ſicher hineingeſchoben werden konnte. Hierauf beſchneide ich ſie überall, um ſie unkenntlich zu machen, reibe ſte mit Bimsſtein, Ocker und Sand, und gebe ihr auf dieſe Weiſe eine ſo närriſch⸗antike Form, daß ich mich des Lachens nicht enthalten kann. Als ich ſie dem Kommiſſarius zeigte und er das Meſſer hineingeſteckt hatte, welches ſehr gut hineinging, war er außer ſich vor Erſtau⸗ nen. Wir ſpeiſten zuſammen und nach Tiſche ſetzten wir feſt, daß der Sohn mich begleiten, und mich dem Herrn des Hauſes, in welchem der Schatz ſich befand, vorſtellen ſolle; daß ich einen Wechſel von tauſend römiſchen Thalern auf Bologna an die Ordre ſeines Sohnes erhalten ſolle; daß derſelbe ihn aber nicht eher an mich übertragen ſolle,

als bis ich den Schatz ans Licht gebracht, und daß das

Meſſer in der Scheide mir nicht eher übergeben werden ſolle,

als bis ich deſſelben zu der großen Operation bedürfe; bis