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ihn ſeiner Familie, ſeinen Freunden und dem Glücke, wel⸗ ches ihm zuzulächeln ſchien, geraubt.
Der Fürſt von Waldeck hat ſeine edle Unerſchrockenheit ebenfalls mit einem Arme bezahlt. Man ſagt, er tröſte ſich über dieſen Verluſt durch die Vorſtellung, daß er mit dem übrig bleibenden eine Armee befehligen könne.
O, Ihr, die Ihr das Leben verachtet, ſagt mir doch, ob Ihr durch dieſe Verachtung Euch deſſelben würdiger zu machen gedenkt!
Die Oper begann unmittelbar nach Oſtern. Ich ging alle Abende hin, denn da ich völlig geheilt war, hatte ich meine alte Lebensweiſe wieder aufgenommen. Ich freute mich, daß Baletti ſeine Kollegin zur Geltung brachte. Ich ging nicht zu ihr, aber Baletti kam faſt alle Morgen zum Frühſtück zu mir.
Er hatte oft von einer alten Schauſpielerin geſprochen, welche das Theater ſeit zwanzig Jahren verlaſſen und welche, wie ſte ſagte, eine Freundin meines Vaters geweſen. Eines Tages bekam ich Luſt ſie zu ſehen, und er führte mich zu ihr.
Ich fand ein altes abgelebtes Weib, deſſen Putz mich ebenſo ſehr wie ihre Perſon überraſchte. Trotz der Falten ihres Geſichts war daſſelbe mit dicker rother und weißer Schminke bedeckt, und ihre dunkelſchwarzen Augenbraunen verdankten ihre Farbe einer Auflöſung von chineſiſcher Tuſche. Sie zeigte die Hälfte ihrer ſchlaffen und ekelhaften
Bruſt und über ihr künſtliches Gebiß war keine Täuſchung
möglich. Sie hatte eine Perrücke, welche ſehr ſchlecht ſaß und welche einige Haare, die den Verwüſtungen der Zeit entgangen waren, wahrnehmen ließ. Ihre zitternden Hände brachten die meinigen zum Zittern, als ſie dieſelben drückte. Sie duftete auf zwanzig Schritt nach Ambra, und ihre Schönthuerei erregte bei mir Ekel und Luſt zu lachen. Ihre ſehr geſuchte Kleidung hatte wohl vor zwanzig Jahren Mode
ſein können. Ich erblickte mit Schrecken die fürchterlichen
Spuren eines häßlichen Alters auf einem Geſichte, welches
offenbar ſchön geweſen war, ehe die Jahre es entſtellt hat⸗ ten, was mich aber am meiſten verwunderte, das war die


