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kindiſche Frechheit, mit welcher dieſer Ausſchuß der Zeit ſeine vermeintlichen Reize zur Schau trug.
Baletti, welcher fürchtete, daß mein zu erſichtliches Er⸗ ſtaunen ſie verletzen könnte, ſagte, ich wäre beſonders darüber entzückt, daß die Zeit nicht im Stande geweſen, die ſchöne Erdbeere, welche auf ihrem Buſen glänzte, zum Welken zu bringen. Es war dies ein Muttermal, welches einer Erd⸗ beere ähnlich ſah. Dies, ſagte die Matrone, indem ſie mit einer Grimaſſe lächelte, hat mir den Namen gegeben. Ich bin noch und werde die Fragoletta ſein. Bei dieſen Worten konnte ich mich des Schauderns nicht erwehren.
Ich ſah das verhängnißvolle Trugbild vor mir, welches die Urſache meiner Exiſtenz war. Ich ſah den Gegenſtand, welcher meinen Vater durch ſeinen Zauber vor dreißig Jah⸗ ren verführt hatte; denn ohne ſie würde er nie daran ge⸗ dacht haben, das väterliche Haus zu verlaſſen, und würde wahrſcheinlich nicht ausgezogen ſein, um mich mit einer Ve⸗ netianerin zu zeugen. Ich bin nie der Meinung jenes Al⸗ ten geweſen, welcher ſagte: Nemo vitam vellet, si daretur scientibus*).
Da ſie mich zerſtreut ſah, ſo erkundigte ſie ſich bei Baletti höflich nach meinem Namen; denn er hatte mich einfach als einen Freund und ohne ſie vorher von meinem Beſuche zu benachrichtigen, vorgeſtellt. Als ſie hörte, daß ich Caſanova hieß, gerieth ſie in das größte Erſtaunen. Ja, Madame, ſagte ich, ich bin der Sohn Gaetan Caſanova's aus Parma.
Was höre ich! Was ſehe ich! Ach, mein Freund, ich betete Deinen Vater an. Aus ungerechter Eiferſucht hat er mich verlaſſen. Ohne dies würden Sie mein Sohn ge⸗ weſen ſein! Laſſen Sie mich Sie wie eine zärtliche Mutter umarmen.
Ich war darauf gefaßt, und da ich fürchtete, daß ſie fallen könnte, ging ich ihrer Umarmung entgegen und gab
niich ihren zärtlichen Erinnerungen hin. Da ſie fortwährend
*) Niemand würde das Leben wollen, wenn er wüßte was es werth iſt.


