Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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bei einander fände. Er kam früh an und fand jeden in ſei⸗ nem Bette ſchlafend. Er weckte mich, und ich gab ihm den Ring, welchen er verpfänden ſollte. Er kehrte zwei Stun⸗ den darauf zurück und fand uns angekleidet und am Ka⸗ mine plaudernd. Sobald Chriſtine ihn erblickte, umarmte ſie ihn; hierauf zeigte ſie ihm all' das Geld, welches ſie be⸗ ſaß. Welche angenehme Ueberraſchung für den guten alten Prieſter! Er dankte Gott für das vermeintliche Wunder,

und ſprach die Anſicht aus, daß wir geboren wären, um

einander glücklich zu machen.. Als die Rede auf unſere Trennung kam, verſprach ich ihm, ſie im Anfange der Faſten zu beſuchen, aber unter der Bedingung, daß Niemand von meinem Namen und un⸗ ſerer Angelegenheit in Kenntniß geſetzt würde. Er gab mir den Taufſchein ſeiner Nichte und ein Verzeichniß ihrer Mit⸗ gift, und ſobald ich ſie hatte abreiſen ſehen, ſchlug ich den Weg nach Venedig ein, verliebt und entſchloſſen, dieſem lie⸗ benswürdigen Mädchen mein Wort nicht zu brechen. Ich wußte, daß es leicht ſein würde, meine drei Freunde davon zu überzeugen, daß meine Verheirathung im Buche des Schickſals unwiderruflich verzeichnet wäre. 6 Als ich mich ihnen vorſtellte, fand ich dieſe drei vor⸗ trefflichen Männer freudetrunken, denn da ſie nicht an eine dreitägige Abweſenheit von meiner Seite gewöhnt waren, ſo fürchteten Herr Dandalo und Barbaro, daß mir ein Unglück zugeſtoßen wäre; aber Bragadino, welcher einen feſtern Glauben hatte, beruhigte ſie, indem er ſagte, daß mir kein Unglück zuſtoßen könnte, da Paralis über mich wache. Schon am folgenden Tage faßte ich den Beſchluß, Chriſtine glücklich zu machen, ohne ſie mit mir zu verbin⸗ den. Als ich ſie mehr als mich ſelbſt liebte, hatte ich die Idee gehabt, ſie zu heirathen; aber nach dem Genuſſe hatte ſich die Schaale ſo ſehr auf meine Seite geneigt, daß meine Eigenliebe ſtärker als meine Liebe wurde. Ich konnte mich nicht entſchließen, die Vortheile, die Hoffnungen, welche ich mit meinem unabhängigen Zuſtande verknüpft glaubte, auf⸗ zugeben. Trotz deſſen war ich Sklave des Gefühls. Die⸗ ſes naive und unſchuldige Mädchen aufzugeben, ſchien mir

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