Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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eine ſo ſchwarze Handlung, daß ſie, wie ich fühlte, über meine Kräfte ging; die bloße Idee erfüllte mich mit Schauder. Ich fühlte, daß ſie möglicher Weiſe in ihrem Schooße ein Pfand unſerer beiderſeitigen Liebe tragen könnte, und ich ſchauderte bei dem Gedanken an die Möglichkeit, daß ihr Vertrauen zu mir mit Schmach und mit dem Unglück ih⸗ res ganzen Lebens belohnt werden könnte. Ich dachte daran, ihr einen Mann zu ſuchen, welcher mir in jeder Beziehung vorzuziehen wäre; einen Mann, der nicht nur geeignet wäre, mir Verzeihung für die ihr zugefügte Schmach zu erwirken, ſondern der ſo beſchaffen wäre, daß ſie meinen Betrug lieb⸗ gewinnen und mich um deſſelben willen mehr lieben könnte.

Dieſer Fund war vielleicht nicht ſchwierig, denn abge⸗ ſehen davon, daß ſie ein Muſter von Schönheit war, und in ihrem Dorfe den reinſten Ruf hatte, ſo hatte ſie auch eine Mitgift von 4000 venetianiſchen Dukaten Courant.

Als ich mit den drei Anbetern meines Orakels einge⸗ ſchloſſen war, legte ich, die Feder in der Hand, Paralis eine Frage in Betreff der Angelegenheit vor, welche mir am Herzen lag. Er gab mir folgende Antwort: Stelle die Sache Serenus anheim. Dies war der cabbaliſtiſche Name des Herrn von Bragadino, und dieſer brabve Mann unterwarf ſich mit großer Gutmüthigkeit Allem, was Paralis ihm befehlen würde. Meine Sache war es, ihn davon in Kenntniß zu ſetzen. Es handelt ſich darum, ſagte ich, vom heiligen Va⸗ ter eine Heirathserlaubniß für ein junges, ſehr anſtändiges Mädchen zu erhalten, damit ſie ihre Hochzeit in der Faſten⸗ zeit öffentlich in der Kirche ihres Dorfes feiern könne. Es iſt eine junge Bäuerin..

Hier iſt, ſagte ich, der Taufſchein. Man kennt den Mann noch nicht; aber das thut nichts, da Paralis ihn ſuchen wird. Verlaſſe Dich auf mich, ſagte mein Vater zu mir, ich werde gleich morgen an unſern Geſandten in Rom ſchreiben und dafür ſorgen, daß der Saggio, welcher die Woche hat, meine Schrift mit einem Expreſſen abſchickt. Laſſe mich nur machen; ich will dieſer Sache das Anſehen einer Staatsangelegenheit geben und Paralis wird um ſo eher Gehorſam finden, als ich vorausſehe, daß der Mann

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