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vor den Faſten, da wir den letzten Tagen des Karnaval entgegengehen; indeſſen können wir nicht bis Oſtern warten, denn die Zeit würde uns zu lang werden. Wir bedürfen eines geiſtlichen Diſpenſes, um unſere Hochzeit feiern zu können. Habe ich nicht Veranlaſſung zum Nachdenken?
Anſtatt aller Antwort ſteht ſie auf und umarmt mich zärtlich. Was ich ihr geſagt, war wahr, aber ich konnte ihr nicht Alles ſagen, was mich nachdenklich ſtimmte. Ich ſah mich in ein Verhältniß verwickelt, welches mir nicht mißfiel; aber ich wünſchte, daß ſich daſſelbe nicht ſo raſch geſtalten möchte. Ich konnte mir daher Anfangs die Reue nicht verhehlen, welche in meiner verliebten und wohlgeſinn⸗ ten Seele keimte, und das betrübte mich. Indeß hatte ich die Gewißheit, daß dieſes vortreffliche Geſchöpf mir nie ſein Unglück vorzuwerfen haben würde.
Wir hatten den ganzen Abend vor uns, und da ſie mir mitgetheilt, daß ſie nie eine Komödie geſehen, ſo be⸗ ſchloß ich, ihr dies Vergnügen an dem Abende zu machen. Ich ließ einen Juden kommen, welcher mir Alles, was nö⸗ thig war, um ſie zu maſkiren, lieferte und wir gingen aus. Ein wirklich verliebter Menſch kennt kein anderes Glück als das, welches er dem geliebten Gegenſtande verſchafft. Nach der Komödie führte ich ſie ins Kaſinv, und durch die Ver⸗ wunderung, welche ſie bezeigte, als ſie zum erſtenmale eine Pharaobank ſah, brachte ſie mich zum Lachen. Ich hatte nicht Geld genug, um ſelbſt zu ſpielen, aber ich hatte mehr als nöthig war, um ſie durch ein kleines Spiel zu amuſi⸗ ren, ich gab ihr zehn Zechinen und ſagte ihr, was ſie zu thun habe. Sie kannte die Charten noch nicht, aber nach⸗ dem ſie ſich geſetzt, hatte ſie in Zeit von noch nicht einer Stunde hundert Zechinen vor ſich. Ich ließ ſie das Spiel verlaſſen, und wir entfernten uns. Als wir in unſerm
Zimmer waren, ließ ich ſie das Geld, welches ſie gewonnen, aaufzählen, und als ſie hörte, daß all' dies Geld ihr gehöre, glaubte ſie, es wäre ein Traum. Ach, was wird mein On⸗ kel ſagen! rief ſie aus. Wir nahmen ein leichtes Mahl ein, worauf wir eine köſtliche Nacht verbrachten, jedoch uns mit Tagesanbruch trennten, damit der gute Pfarrer uns nicht


