Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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Pfarrer, ſagte ich zu ihm, Sie würden mir einen Gefallen thun, wenn Sie von Pr. wieder hierher zurückkämen, um den Ring ſelbſt zu verpfänden; denn wenn derſelbe, nach⸗ dem er ſchon von Ihnen angeboten worden, von einem An⸗ dern angeboten würde, ſo könnte das Verdacht erwecken. Ich werde den Wagen für Sie bezahlen.

Ich verſpreche Ihnen, zurückzukommen.

Ich hoffte, daß er ſeine Nichte mitbringen würde.

Da ich während des Mittagseſſens Chriſtinen gegen⸗ über ſaß, ſo entdeckte ich in jedem Augenblicke einen neuen Reiz derſelben; da ich aber ihr Zutrauen zu verlieren fürch⸗ tete, wenn ich mir im Laufe des Tages eine unbedeutende Gunſt zu verſchaffen ſuchte, ſo beſchloß ich, nichts zu über⸗ eilen und darauf hinzuarbeiten, daß der Pfarrer noch ein⸗ mal mit ihr nach Venedig käme. Hier allein konnte ich meiner Anſicht nach Liebe erwecken und derſelben die Nah⸗ rung verſchaffen, welche ſie forderte.

Herr Pfarrer, ſagte ich, ich rathe Ihnen, Ihre Nichte wieder nach Venedig zu bringen. Ich übernehme alle Koſten und werde Ihnen eine tugendhafte Perſon nach⸗ weiſen, bei welcher Fräulein Chriſtine ebenſo ſicher, wie bei ihrer Mutter, aufgehoben ſein wird. Ich muß ſie ken⸗ nen lernen, um ſie heirathen zu können; aber die Sache wird unfehlbar zu Stande kommen.

Mein Herr, ich ſelbſt werde meine Nichte nach Vene⸗ dig bringen, ſobald Sie mir melden werden, daß Sie ein Haus gefunden haben, wo ich Chriſtine ſicher unterbrin⸗ gen kann.

Während wir ſo ſprachen, ſchielte ich nach Chriſtinen hinüber und ſah, daß ſie vor Freuden lächelte. Meine theure Chriſtine, ſagte ich zu ihr, in ſpäteſtens acht Tagen wird Alles geordnet ſein. Während deſſen werde ich Ihnen ſchreiben, und ich hoffe, daß Sie mir antworten, werden.

Mein Onkel wird Ihnen ſtatt meiner antworten, denn ich habe nie ſchreiben lernen wollen.

Aber, liebes Kind, wie wollen Sie die Frau eines Ve⸗ 3

netianers werden, wenn Sie nicht ſchreiben können?

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