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Und wenn man Ihrer Geliebten erzählen wird, daß wir uns lieben, oder auch nur, daß ſie einem andern Mäd⸗ chen den Arm geben?
Ich habe keine Geliebte und will auch keine mehr ha⸗ ben; denn ich würde in Venedig kein ſo ſchönes Mädchen wie Sie finden.—
Das thut mir Ihretwegen leid, denn wir kommen
nicht wieder nach Venedig, und wenn wir auch wieder hin kämen, wie ſollten wir es anfangen, um daſelbſt ein halbes Jahr zu bleiben? Dieſe Zeit iſt ja, wie Sie ſagen, noth⸗ wendig, um ein Mädchen kennen zu lernen.
Ich werde gern die Koſten tragen.
So? Sagen Sie es meinem Onkel, und er wird ſich die Sache überlegen, denn ich kann nicht allein nach Ve⸗ nedig kommen.
In einem halben Jahre würden ſie auch mich kennen lernen.
O, was mich betrifft, ſo kenne ich Sie ſchon.
Sie würden alſo mit meiner Perſon zufrieden ſein?
Warum nicht?
Und Sie würden mich lieben?
O ſehr, wenn Sie mein Mann wären.
Ich betrachtete dieſes Mädchen mit Verwunderung. Sie ſchien mir eine als Bäuerin verkleidete Prinzeſſin zu ſein. Ihr goldgeſticktes Kleid von Gros de Tours war äußerſt lururiös und mußte doppelt ſo viel wie ein ſtädti⸗
ſaes Kleid koſten. Ihre Armbänder, welche ihrer Halskette
tſprachen, vervollſtändigten den reichſten Putz. Sie hatte
den Wuchs einer Nymphe, und da die Mode der kleinen Mäntel noch nicht in das Dorf gedrungen war, ſo ſah ich
den ſchönſten Buſen, welcher ſich denken läßt, obwohl ihr Kleid bis zum Halſe zugeknöpft war. Ihr reich gekleideter Unterrock reichte nur bis zum Knöchel, ſo daß ich den nied⸗
lichſten Fuß und den unterſten Theil des feinſten Beines
ſehen konnte. Ihre gerade ungezwungene Haltung, ihre freien, natürlichen und anmuthigen Bewegungen, endlich ein reizender Blick, welcher zu ſagen ſchien: Es freut mich ſehr,
daß Sie mich hübſch finden, entzündeten die Sehnſucht des


