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Sehen Sie, Onkel, Sie und meine Mutter werfen mir
immer meine Munterkeit vor.
Eine andere, welche ich ſehr ſchnell verließ, fürchtete ſich allein mit mir zu ſein, und wenn ich ihr einen Kuß gab, ſagte ſie es ſogleich ihrer Mutter.
Die war ſehr dumm. Ich habe noch keinen Liebhaber gehabt, denn in Pr. giebt es nur ungebildete Bauern; aber ich weiß wohl, daß es gewiſſe Sachen giebt, welche ich mei⸗ ner Mutter nicht ſagen würde.
Eine andere roch aus dem Munde. Eine andere ſchminkte ſich, und faſt alle Mädchen haben dieſe häßliche
Eigenſchaft. Daher fürchte ich auch, daß ich mich nie ver⸗
heirathen werde, denn ich verlange z. B. daß das Mädchen, welches ich heirathen ſoll, ſchwarze Augen habe, und jetzt haben faſt alle Mädchen das Geheimniß gelernt, ſich die⸗
ſelben zu färben; aber ich laſſe mich nicht fangen, denn ich
verſtehe mich darauf. Sind meine Augen ſchwarz? Ha! Ha! Sie lachen?
Ich lache, weil ſie ſchwarz ausſehen, aber es nicht ſind.
Nichtsdeſtoweniger ſind Sie ſehr liebenswürdig. Das iſt⸗ komiſch. Sie glauben, meine Augen ſeien
ſchwarz, und Sie ſagen, Sie verſtänden ſich darauf. Meine
Augen, mein Herr, mögen Sie nun ſchön oder häßlich ſein, ſind 4. wie Gott ſie mir gegeben. Nicht wahr, Onkel? nd Sie glauben es nicht? ſagte ſie mit großer Leb⸗
haftigkeit zu mir.
Nein, ſie ſind zu ſchön, als daß ich ſie für natürlich halten ſollte.
Bei Gott! das iſt zu ſtark.
Entſchuldigen Sie, mein ſchönes Fräulein, ich ſehe, daß ich zu aufrichtig geweſen bin.
Nach dieſem Streite trat Schweigen ein. Der Pfarrer lächelte von Zeit zu Zeit; aber dem Mädchen wurde es
ſchwer, ſeinen Kummer zu verzehren. 1 Ich ſchielte verſtohlen nach ihr hin und ſah, daß ſie im Begriffe war zu weinen; das betrübte mich, denn ſie war


