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Neunzehntes Kapitel.
Ich verliebe mich in Chriſtine und kinde kür ſie einen ihrer würdigen Mann. Ihre Haochzeit.
Dieſe Schiffer, ſagte der Pfarrer, wie um die Unter⸗ haltung anzuknüpfen, haben wirklich viel Glück. Sie haben uns in Rialto für dreißig Sols eingenommen, unter der Bedingung, daß ſie auch andere Paſſagiere einnehmen könn⸗ en; gewiß werden ſie auch noch andere finden.
Wenn ich, mein ehrwürdiger Vater, in einer Gondel ein, ſo iſt für Niemand mehr Platz übrig. Dies ſagend ebe ich den Schiffern noch vierzig Sols, die damit ſehr ifrieden ſind, denn ſie geben mir den Titel Excellenz. Der
M tte Abbé, welcher dies für baare Münze nahm, bat mich Entſchuldigung, daß er mir dieſen Titel nicht gegeben.
Da ich nicht veniatianiſcher Edelmann bin, ſo geziemt er dieſer Titel nicht.
Ah, ſagte das junge Mädchen, das freut mich ſehr.
Und weshalb?
Weil ich mich immer fürchte, wenn ich einen Adligen
eben mir ſehe. Aber Sie ſind wohl ein illustrissimo?
Ebenſowenig, Fräulein, ich bin ganz einfach ein Ad⸗ okatenſchreiber.
Das freut mich wiederum, denn ich bin gern in Ge⸗ fellſchaft von Perſonen, welche ſich nicht für mehr als ich halten. Mein 1 war Pächter, der Bruder meines Onkels, welchen Sie ſehen, und welcher Pfarrer in Pr. iſt, wo ich geboren und erzogen bin. Da ich einzige Tochter bin, ſo erbe ich alles Vermögen meines Vaters, welcher todt iſt, und meiner Mutter, welche ſeit langer Zeit krank iſt und welche nicht mehr lange leben kann, was mir großen Kum⸗
mer macht; aber der Arzt ſelbſt hat es uns geſagt. Um
alſo auf meine Rede zurückzukommen, ſo glaube ich, daß der Unterſchied zwiſchen dem Schreiber eines Procu⸗ rators und der Tochter eines reichen Pächters nicht groß
iſt. Ich ſage das nur ſo, denn ich weiß wohl, daß man


