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Glück mir feindlich war, noch die Kraft anzuhalten, wenn ich etwas gewonnen hatte. Ich ſpielte damals wirklich aus Geiz. Ich gab gern Geld aus, aber nichts gern anderes, als was ich im Spiele gewonnen, weil dieſes allein mir nichts gekoſtet zu haben ſchien.
Da ich Ende Januar in der Nothwendigkeit war, mir zweihundert Zechinen zu verſchaffen, ſo veranlaßte Madame Manzoni eine andere Dame mir einen Brillant zu leihen, welcher fünfhundert Zechinen werth war. Ich beſchloß, mich nach Treviſo, funfzehn Meilen von Venedig zu begeben, um ihn im mont⸗-de-pieté zu verſetzen, welcher gegen fünf Pro⸗ zent leiht. Dieſe ſchöne und nützliche Anſtalt fehlt Venedig wo die Juden immer Gelegenheit gefunden haben, ihre Ein⸗ führung zu verhindern.
Ich ſtehe früh auf und gehe zu Fuße bis zum Ende des Canal regio, um eine Gondel nach Meſtre zu nehmen, wo ich einen Poſtwagen genommen haben würde, der mich in zwei Stunden nach Treviſo gebracht hätte, von wo ich noch denſelben Tag, nachdem ich meinen Brillanten verſetzt, hätte abreiſen und in Venedig ſchlafen können.
Als ich über den St. Hiobs⸗Ouai ging, ſah ich in einer zweirudrigen Gondel eine Bäuerin mit einer ſehr reichen Kopfbedeckung. Da ich ſtehen blieb um ſie zu beob⸗ achten, ſo dachte der Gondelführer am Vordertheile, ich wolle die Gelegenheit benutzen, um billiger nach Meſtre zu kom⸗ men, und ſagte zu dem Gondelführer am Hintertheil, er ſolle am Ufer anlegen. Ich bedachte mich keinen Augenblick, als ich das hübſche Geſichtchen der Bäuerin ſahs ich ſtieg ein und bezahlte dem Schiffer den doppelten Preis, damit er Niemand mehr einnehme. Ein alter Prieſter hatte den nächſten Platz neben der jungen Perſon inne: er ſtand auf, um ihn mir abzutreten, aber ich nöthigte ihn höflich, ſich wieder zu ſetzen.
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