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verſprach ihr, dieſen theuren Bruder ſpäteſtens übermorgen
zu ihr zu bringen, hierauf ſpeiſten wir zu Abend, ohne
weder von Steffani noch von Rache zu ſprechen. Nach die⸗ ſem köſtlichen Mahle machte der Liebesgott während zweier ganzen Stunden mit uns, was er wollte.
Ich verließ ſte gegen Mitternacht, nachdem ich ihr ver⸗ ſprochen, am folgenden Morgen zeitig wieder zu ihr zu kom⸗ men, und wenn ich nicht die Nacht bei ihr blieb, ſo geſchah es damit die Wirthin erforderlichen Falls mit gutem Gewiſſen beſchwören könne, daß ich keine Nacht da geblieben. Ich hatte üͤbrigens eine gute Eingebung gehabt, denn als ich nach Hauſe kam, fand ich meine Freunde auf mich wartend, um mir eine überraſchende Nachricht mitzutheilen, welche Herr von Bragadino im Senate erfahren hatte.
Steffani, ſagte er, iſt todt, wie unſer Engel Paralis uns offenbart hat; er iſt todt für die Welt, denn er iſt Kapuziner geworden. Der ganze Senat iſt natürlich davon in Kenntniß geſetzt worden. Was uns betrifft, ſo wiſſen wir, das dies eine Strafe Gottes iſt. Beten wir den Ur⸗ heber aller Dinge, und die himmliſchen Hierarchieen an, welche uns würdig machen, zu wiſſen, was Niemand weiß. Jetzt müſſen wir das Werk vollenden, und dieſen guten Vater tröſten. Wir müſſen Paralis fragen, wo das Mäd⸗ chen iſt, welches unter den obwaltenden Umſtänden nicht bei Steffani ſein kann, da ſie nicht verurtheilt iſt, Kapuzienerin zu werden.
Ich werde meinen Engel nicht zu Rathe ziehen, theuerer Vater, denn nur um ihm zu gehorchen, habe ich bis zu dieſem Augenblicke aus dem Orte wo ſich die junge Gräfin auf⸗ hält, ein Geheimniß machen müſſen. Ich rzählte ihnen nun die ganze Geſchichte mit Ausnahme ſſen, was ſie nicht zu wiſſen brauchten: denn in den Augen dieſer drei vortrefflichen Menſchen, welche dem Liebesgott ungeheueren Tribut hatten darbringen müſſen, waren die Verbrechen der Liebe jetzt ſchreckliche Verbrechen. Dandalo und Barbaro
waren nicht wenig verwundert, als ſie erfuhren, daß die
junge Perſon ſchon ſeit vierzehn Tagen unter meinem Schutz
3 1. 1 ſei; aber Herr von Bragadino ſagte, dabei ſei nichts zu ve
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