welche auf uns wartet; er läßt dem Senator zur Ader, während ich mein Hemde zerreiße, um Verbände daraus zu machen. 4
Nachdem dieſe Operation beendet, befehle ich den Gon⸗ delführern, alle Ruder einzuſetzen, und in einem Augen⸗ blicke ſind wir in St. Marina; man weckt ſeine Bedienten und nachdem wir ihn aus der Gondel getragen, legen wir ihn faſt ohne Leben in ſein Pett.
Mich zum Anordner auftyerfend, befehle ich einem Be⸗ dienten, eiligſt einen Arzt zu olen, und ſobald der Aescu⸗ lap gekommen war, verordnete er augenblicklich einen zwei⸗ ten Aderlaß und billigte dadurch den von mir verfügten. Da ich mich für berechtigt hielt, beim Kranken zu wachen, ſo ließ ich mich neben ſeinem Bette nieder, um ihm meine Pflege zu Theil werden zu laſſen.
Zwei Stunden ſpäter kamen zwei Patricier, Freunde des Kranken. Sie waren in Verzweiflung und nachdem ſie ſich bei den Gondelführern nach dem Unfalle erkundigt und dieſe ihnen geſagt, daß ich mehr als ſie davon wüͤßte, be⸗ fragen ſie mich; ich ſagte ihnen, was ich wußte; ſie wuß⸗ ten nicht, wer ich war, und wagten nicht mich zu fragen, und ich glaubte, ein beſcheidengs⸗ Schweigen beobachten zu müſſen. 4
Der Kranke war ohne Bewegung und gab kein ande⸗ res Lebenszeichen als das Athmen; man machte ihm warme Umſchläge und der Prieſter, welchen man geholt hatte, und welcher unter den obwaltenden Umſtänden ſehr unnütz war, ſchien nur auf ſeinen Tod zu warten. Auf mein Anrathen wies man die Beſuche ab, und die beiden Patricier und it blieben allein bei dem Kranken. Wir nahmen ſchweigend das Mittagseſſen ein und verließen das Zimmer des Kran⸗ ken nicht. 8
Am Abend ſagte der ältere Patricier zu mir, wenn ich Geſchäfte habe, könnz ich gehen, denn ſie würden die Nacht
auf Matratzen im Zimmer des Kranken ſchlafen. Und ich, mein Herr, ſage ich, werde auf dieſem Lehnſtuhle neben dem Bette ſchlafen, denn wenn ich wegginge, würde der Kranke ſterben, und ich bin ſicher, daß er, ſo lange ich hier bleibe,
*


