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keit und ſage, ich wolle ihr mein Verbrechen entdecken, wenn
ſie mir Verzeihung verhieße.
Ein Verbrechen? Sie erſchrecken mich. Ich verzeihe Ihnen, ſagen Sie ſchnell Alles.
Alles. Mein Zuckerwerk enthält Ihre in Zucker ver⸗ wandelten Haare. Hier an meinem Arme trage ich ein Armband, auf welches Ihr Name mit Ihren Haaren geſtickt iſt, und an meinem Halſe trage ich ein Band, mit welchem ich meinem Leben ein Ende machen werde, wenn Sie mich nicht mehr lieben. Das ſind meine Verbrechen, und ich würde keines derſelben begangen haben, wenn ich Sie nicht anbetete.
Sie lacht, hebt mich auf und ſagt, ich wäre wirklich ein großer Verbrecher. Sie trocknete meine Thränen, indem ſie mir die Verſicherung gab, daß ich mich nie tödten würde.
Nach dieſer Unterhaltung, wo ich den Nektar des er⸗ ſten Kuſſes meiner Göttin gekoſtet hatte, war ich ſtark ge⸗ nug, um mein Benehmen gegen ſie gänzlich zu ändern. Sie ſah, wie ich glühte, brannte, und dennoch hatte ich die Kraft, mich jedes Angriffs zu enthalten. Woher, fragte ſie eines Tages, haben Sie die Kraft, ſich zu beherrſchen, genommen?
nn dem zärtlichen Kuſſe, welchen ſie mir freiwillig gegeben, ft mir Ihr Herz ebenſo bewilligen würde. Sie können ſich nicht denken, welche ſüße Wohlthat mir dieſer Kuß erwieſen.
Wiee ſollte ich es nicht wiſſen, Undankbarer! Wer von uns beiden hat dem Andern dieſe Wohlthat erwieſen.
Weder Sie noch ich, angebetetes Weib. Dieſer ſo zärt⸗ liche und ſo ſüße Kuß war das Produkt der Liebe.
Ja, mein Freund, der Liebe, deren Schätze unerſchöpf⸗ lich ſind. 1
Sie hatte noch nicht geendet, als unſere Lippen ſich ſchon verbanden. Sie drückte mich ſo ſtark gegen ihren
Buſen, daß ich meine Hände nicht in Bewegung ſetzen konnte, um mir andere Genüſſe zu verſchaffen, aber ich fühlte mich gluͤcklich. Am Ende dieſes ſchönen Wettkampfes fragte ich ſie, ob ſie glaube, daß wir immer dabei ſtehen bleiben
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ühlte ich, daß ich nicht mehr fordern dürfe, als
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